Applaus für das Universum

Die Planetarium-Sternwarte feierte am Samstag ihr 40jähriges Bestehen: Mit Führungen, Kurzfilmen, einer Livepräsentation und vielen staunenden Besuchern.

Desirée Müller
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Eine kleine Besucherin guckt am Jubiläum der Kreuzlinger Sternwarte vom Samstag neugierig ins Weltall. (Bild: Reto Martin)

Eine kleine Besucherin guckt am Jubiläum der Kreuzlinger Sternwarte vom Samstag neugierig ins Weltall. (Bild: Reto Martin)

Bruno Leitz schlängelt sich mit einem breiten Lächeln im Gesicht durch die Menge im Empfangsraum der Planetarium- Sternwarte Kreuzlingen. Er nickt allen Besuchern freundlich zu, beantwortet halb im Gehen Fragen und kündigt dann mit lauter Stimme die nächste Führung an. «Es ist wunderbar, dass unsere Angebote auch nach vierzig Jahren immer noch die Bevölkerung faszinieren», findet der Präsident der Astronomischen Vereinigung Kreuzlingen.

Wie die Sternwarte und das Planetarium 2056 aussehen werden, kann er sich heute noch nicht vorstellen. «Neue Technologien eröffnen uns laufend neue Möglichkeiten.» Leitz führt eine Gruppe Besucher in die Sternwarte, erzählt, welche Einflüsse die Lichtverschmutzung hat, und animiert die Teilnehmer am Schluss auf der Terrasse, einen Blick durch das Teleskop auf die Sonne zu werfen.

Wir sind nicht allein im Universum

Johann Lander ist gerade im Gespräch mit einem jungen Besucher. Seit 1983 gehört er zum Freiwilligenteam der Planetarium-Sternwarte Kreuzlingen. «Mir gefällt der Gedanke, dass wir nicht alleine im Universum sind», sagt der erfahrene Hobbyastronom. Er bilde sich zu Hause dauernd weiter – gerne auch mit fünfzig Jahre alter Literatur. «Ich bin fasziniert, dass die beschriebenen Gesetze immer noch gelten», sagt er und blickt zum Himmel. Die Wolken lichten sich für einen Moment. «Schnell, jetzt können Sie einen Blick reinwerfen», ruft er den Besuchern zu und zeigt auf das Teleskop. Ruth Krucker unterstützt die Planetarium-Sternwarte ebenfalls ehrenamtlich. Die Lehrerin erlebte vor einigen Jahren einen astronomischen Schlüsselmoment. «Als ich von St. Gallen nach Hauptwil zog, blickte ich in der Nacht zum Himmel auf und war erstaunt, wie gut ich die Sterne sehen konnte. In der Stadt ist es mittlerweile einfach zu hell.»

«Wir werden nun zusammen eine Nacht verbringen», beginnt Heidi Pathe die nächste Präsentation. Die Besucher richten ihren Blick nach oben und verfolgen die Sternbilder, wie sie sich in dieser Nacht präsentieren werden. Raum und Zeit vergisst man dabei im Nu. Heidi Pathe scheint jeden Stern am Himmelszelt zu kennen. Beim tosenden Applaus lächelt sie dankbar und bereitet sich gleich auf die nächste Vorführung vor. Christina Milonas zieht sich gerade ihre Jacke an. Töchterchen Nora steht geduldig neben ihr. «Es war super, einfach super», schwärmt Nora ganz aufgeregt. «Ich sehe die Sterne nur selten, da ich um diese Uhrzeit schon im Bett bin.» Bruno Leitz sieht sich das bunte Treiben noch eine Weile lächelnd an. «Einfach wunderbar, dass so viele Menschen heute zu uns gefunden haben», sagt er strahlend und schliesst die Tür zum Vorführraum hinter sich zu.