Appenzeller begeistern

Am Unterhaltungsabend des Appenzellervereins Weinfelden und Umgebung war das musikalische Programm für einmal fest in Innerrhödler Hand.

Rudolf Steiner
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Das Jodelchörli Wildkirchli. (Bild: rs)

Das Jodelchörli Wildkirchli. (Bild: rs)

Leimbach. Rund 300 Heimweh-appenzellerinnen und -appenzeller waren am Unterhaltungsabend des Appenzellervereins Weinfelden und Umgebung in der Turnhalle Leimbach. «Wir schauen eigentlich schon darauf, dass die Jodelchöre und Musikgruppen normalerweise aus beiden Kantonsteilen kommen,» so Thomas Mock aus St. Pelagiberg, mit 31 Jahren sicher einer der jüngsten Vereinspräsidenten im Thurgau.

Diesmal hat's mit dem Vorsatz nicht ganz geklappt, und das Unterhaltungsprogramm – von der vereinseigenen Theatergruppe abgesehen – war mit dem Jodelchörli Wildkirchli und dem jungen «Trio Appenzell» für einmal fest in Innerrhödler Hand.

Keine Frauen

Dabei stammt beim 18 Mann starken Jodelchörli nicht nur der Name aus dem inneren Kantonsteil, sondern auch alle Jodler kommen aus Innerrhoden, wie Martin Fuster aus Eggerstanden stolz erzählt.

Und wenn man Johann Inauen glauben darf, hat auch nur einer der 18 Jodler eine «fremde» Mutter aus dem Ausserrhodischen. Frauen sind beim Jodelchörli kein Thema. Auch bei den drei Nachwuchsmusikern Thomas Sutter am E-Piano, seinem Bruder Adrian Sutter (Hackbrett) und dem 16jährigen Andreas Dobler (Akkordeon) handelte es sich um waschechte Innerrhödler.

Dafür war das Publikum bunt gemischt, und es hatten sich sogar einige «Ausserkantonale» mit dem Namen Grob, Schuler, Beerli, Baumann und Zweifel unter die Appenzeller und Appenzellerinnen gewagt. Das mag auch ein Grund sein, dass die Appenzeller ihr Brauchtum relativ unverfälscht und bodenständig bis in die heutige Zeit hinübergerettet haben.

Mehrere Kostproben gaben am Samstagabend vor dem aus dem Hintergrund grüssenden Alpstein sowohl das Jodelchörli Wildkirchli als auch das junge Appenzeller Trio. Zu hören waren wunderschöne Lieder wie «Ame schöne Morge», «Johr y Johr us», «Ösers Lendli Appezöll», mehreren Rugguserli und ein «Ratzliedli» sowie unbekümmert gespielte Melodien wie der «Bäreschottisch», Gruess vo dä – allerdings ausserrhodischen – Hundwiler Höchi und das «Wasserhöttli Zäuerli».

Deftiges Theater

Dabei war das für die drei Musiker erst das Einlaufen, denn anschliessend «machten» sie noch bis um zwei Uhr zum Tanz auf, wie die Innerrhödler zu sagen pflegen. Davor gab es aber neben dem deftigen kulinarischen Angebot mit Appenzeller Siedwürsten und Älplermagronen noch ebenso deftige Theaterkost mit der vereinseigenen Theatergruppe und dem Einakter «Ä chaotischi Grichtsverhandlig».

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