Apfel-Erlebnispark bei Thurella?

EGNACH. Das Projekt steckt erst in der «Begeisterungsphase», doch es könnte für Egnach ein grosser Wurf werden: Thurgau Tourismus möchte einen Erlebnispark zum Thema Apfel realisieren. Die Thurella ist als möglicher Standort im Spiel.

Christa Kamm-Sager
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Egnach. In Egnach, droht bei der Thurella eine Industriebrache zu entstehen. Genau in dieser Zeit ist Thurgau Tourismus zusammen mit Enjoy Switzerland auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein grosses touristisches Projekt mit überregionaler Ausstrahlung: Ein Erlebnispark mit Gastronomie rund um das Thema Apfel.

Zugpferd für den Thurgau

Das Projekt «Apfelgarten» ist allerdings erst in der «Begeisterungsphase», wie sich Projektleiter Michael Meier von Thurgau Tourismus ausdrückt. Das Potenzial des Apfels im Thurgau als Thema sei untersucht worden. Erste konzeptionelle Ideen für einen Apfelgarten seien an einer Besprechung zwischen Thurgau Tourismus, Landwirtschaftsvertretern, den betroffenen Gemeinden und Geschäftspartnern aufgezeigt worden. Das Projekt soll ein wichtiges Zugpferd für den Thurgau und zu einem beliebten Ausflugsziel werden.

Initiiert wurde die Idee auch dank des zweijährigen Impulsprogramms Enjoy Switzerland, welches das Ziel hat, touristische Angebote erlebbarer zu gestalten und besser auf Gäste einzugehen.

Egnach eignet sich optimal

Die beauftragte Agentur Steiner Sarnen Schweiz habe mögliche Standorte untersucht und evaluiert. Unter anderem sei auch der Betrieb der Tobi Seeobst AG an der Bucherstrasse in Egnach gesichtet worden, heisst es in einer Pressemeldung. Aus Sicht der Steiner Sarnen Schweiz, eigne sich der Standort Egnach optimal, und es sei beschlossen worden, den Standort Egnach weiterzuverfolgen.

Vorteilhaft

Auch der Gemeinderat Egnach mit Gemeindeammann Stephan Tobler setzt sich dafür ein, dass Egnach als Standort favorisiert bleibt. Noch sind nämlich auch andere Standorte im Rennen, etwa Altnau oder die Mosterei Möhl.

«Wir sind erst seit neuem im Gespräch», so Tobler auf Anfrage. Altnau sei lange Zeit der Favorit gewesen. Rita Barth, welche Vizepräsidentin von Thurgau Tourismus ist und die Gemeinde Altnau vertritt, sagt denn auch: «Noch bleiben alle Standorte im Gespräch.» Egnach sei aber vorteilhaft, weil man bei der Thurella eventuell Liegenschaften erwerben könne. «Die Thurella möchte einige ihrer Liegenschaften abstossen. Dort würde also eine Industriebrache entstehen», bestätigt Stephan Tobler. «Der Standort für den Apfelgarten bei den Liegenschaften der Thurella würde sich in meinen Augen geradezu aufdrängen.»

Dass Egnach derzeit in der Favoritenrolle stehe, habe keinen Zusammenhang mit seinem Bruder Christoph Tobler, der Präsident ist von Thurgau Tourismus, dementiert Stephan Tobler. Die Agentur Steiner aus Sarnen, welche das Projekt im Auftrag von Thurgau Tourismus und Enjoy Switzerland lancieren soll, sei von sich aus auf Egnach gestossen, weil dieser Standort optimal erschlossen sei mit dem öffentlichen Verkehr. Aber auch dank der Tafelobst Bischofszell AG/Tobi Seeobst AG, die unter anderem in Egnach erfolgreich tätig ist, sei man auf Egnach aufmerksam geworden. Zudem liege Egnach eingebettet zwischen einigen anderen touristischen Attraktionen. Der Gemeinderat Egnach hat nun für eine weitere Projektphase 15 000 Franken gesprochen. Damit werde Egnach in die Trägerschaft aufgenommen.

Thurella will verkaufen

Marco Vettiger, Finanzchef der Thurella AG, bestätigt, dass die Thurella nicht mehr betriebsnotwendige Liegenschaften abstossen wolle. Es handle sich hierbei vor allem um Büroräume und die Liegenschaften zwischen Bahnhofstrasse und Bucherstrasse. «Die Mosterei bleibt in Egnach», stellt er klar. «So ein Apfel-Erlebnisgarten wäre eine super Aufwertung für Egnach. Der Standort wäre ideal», sagt Vettiger.

Die Thurella will nicht mehr notwendige Gebäude verkaufen. (Bild: Christa Kamm-Sager)

Die Thurella will nicht mehr notwendige Gebäude verkaufen. (Bild: Christa Kamm-Sager)