Anwohner bleiben skeptisch

WEINFELDEN. Die Geschäftsleitung der Wega informierte Betroffene über den Anwohner-Schutz 2013. Viele wollen Plakate zur Sensibilisierung der Messebesucher aufhängen, zweifeln aber an der Wirkung.

Kathrin Schönenberger
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Messeleiter Gregor Wegmüller stellt Anwohnern die Kampagne vor. (Bild: Kathrin Schönenberger)

Messeleiter Gregor Wegmüller stellt Anwohnern die Kampagne vor. (Bild: Kathrin Schönenberger)

WEINFELDEN. «Es ist eine grosse Herausforderung, eine Messe im Weinfelder Dorfkern durchzuführen». Mit diesen Worten begrüsst Heinz Schadegg, Wega- Präsident, die rund 50 anwesenden Anwohnerinnen und Anwohner im Haffterkeller. Gestern informierte die Wega-Geschäftsleitung über die Kampagne «Anwohner-Schutz 2013». Damit wird ein weiterer Versuch unternommen, die negativen Auswüchse der Gewerbeausstellung zu vermindern.

Anliegen ernst nehmen

Jedes Jahr sind die Anwohner rund um das Messegelände von Sachbeschädigungen, Lärmbelästigungen und öffentlichem Urinieren betroffen. Unter dem Motto «Respekt» will die Messeleitung die Besucherinnen und Besucher der Wega für mehr Rücksicht auf die Ortsansässigen sensibilisieren. «Mit dieser Kampagne greifen wir die Anliegen der Bewohner auf», sagt Schadegg. «<Wir möchten damit zeigen, dass wir die Sorgen der Betroffenen ernst nehmen.»

Massnahmen gegen Gerüche

Das Konzept «Anwohner-Schutz 2013» beinhaltet vier weitere Punkte, welche die «Respekt»-Kampagne unterstützen sollen (TZ berichtete). Unter anderem wird der Ordnungsdienst aufgestockt, um vermehrt öffentliches Urinieren zu verzeigen, der Grundsatz «Zu jeder Bar ein WC» wird weiterverfolgt und für kommendes Jahr ist eine Präventions-Sonderschau in Planung. Schon diese Wega kommen gegen den Urin-Gestank neu auch Neutralisationssprays zum Einsatz. Dazu fordert Messeleiter Gregor Wegmüller die Anwohner auf, sich zu melden, wenn Geruch von Urin oder anderen menschlichen Auswürfen festgestellt würden. «Dann kommen wir vorbei und entfernen diese Gerüche.»

Dankbar für die Toleranz

Trotz den negativen Nebenerscheinungen sei es möglich, jedes Jahr eine Messe in Weinfelden auf die Beine zu stellen, sagt Schadegg. «Wir schätzen die tolerante Haltung der Anwohner sehr und sind dankbar dafür. Es ist uns auch bewusst, dass wir den Effekt der Plakate nicht direkt messen können.» Dennoch sei er davon überzeugt, dass sie ihren Zweck bis zu einem gewissen Grad erfüllen.

Die grünen Plakate appellieren mit klaren Aufforderungen zu Abfallentsorgung, massvollem Umfang mit Alkohol, Respekt vor fremdem Eigentum und Nutzung von öffentlichen Toiletten. Die Anwohner werden von der Messeleitung ermuntert, diese Plakate am Briefkasten oder Gartenzaun aufzuhängen. Damit leisten sie einen Beitrag zur Sensibilisierung der Besucher.

Anwohner sind kritisch

Nach dem offiziellen Informationsteil folgten neben einer Frage zur Ruheordnung keine weitern Anregungen zur Kampagne. Trotzdem stehen die Anwohner der Wega kritisch gegenüber. «Ich finde die Respekt-Kampagne einen guten Ansatz. Aber ich glaube nicht, dass es bei Leuten mit Alkoholrausch eine Wirkung zeigt», sagt Dorette Steinemann. «Die können den Text dann ja gar nicht mehr lesen.»

«Es ist lediglich ein Versuch», sagt Gregor Wegmüller. Die Mithilfe der Anwohner sei aber wichtig. «Hängen Sie die Plakate auf», forderte der Messeleiter zum Schluss der Veranstaltung die Anwesenden auf.