Anton muss unten durch

KREUZLINGEN. Das Kolping Theater Kreuzlingen feiert mit dem Stück «Alles bestens greglet» einen weiteren Erfolg. Das Publikum amüsierte sich, wie der arme Anton unter der Herrschaft seiner Schwiegertochter leidet.

Severin Schwendener
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Es gibt kein Davonkommen: Anton wird von seiner Schwiegertochter Rosi und deren Mutter in die Mangel genommen. (Bild: Nana do Carmo)

Es gibt kein Davonkommen: Anton wird von seiner Schwiegertochter Rosi und deren Mutter in die Mangel genommen. (Bild: Nana do Carmo)

KREUZLINGEN. Anton ist im Hungerstreik. Seine Frau ist tot, und sein Sohn nach einem Unfall ebenfalls. Jetzt muss er mit seiner Schwiegertochter Rosi Heim und Hof teilen. Die Dinge laufen nicht mehr so, wie sie sich Anton vorstellt. Rosi hat den alten Hof umbauen lassen. Im Erdgeschoss befindet sich nun Antons seniorengerechte Wohnung, während im Obergeschoss Gästezimmer dafür sorgen, dass zahlende Feriengäste dringend benötigtes Kapital auf den Hof bringen.

Doch Anton mag Gäste nicht, und auch seine Wohnung nicht. Da hat es ein modernes Bad, obwohl er doch das alte Plumpsklo so viel lieber mochte. Noch weniger mag er Rosis Mutter, die regelmässig auftaucht. Sie ist ein Putzteufel und zwingt ihn viel zu oft zu Körperhygiene. Doch der Hungerstreik ist viel zu hart, Anton wird schnell schwach bei frischen Brötchen und Aufschnitt. Also gibt er in der Frauenzeitschrift «Herzschmerz» ein Inserat in Rosis Namen auf, um die gefürchtete Frauenherrschaft zu brechen. Darin preist er die Bäuerin Rosi wärmstens an, die zwar über optische Mängel, aber eben auch über einen funktionierenden Mähdrescher verfüge. Kurzum: Liebe geht, Hektar bleibt.

Ein grosses Durcheinander

Kein Wunder, entwickelt sich die Geschichte nach so einem Auftakt mit lauter Wirrungen und Irrungen. Da wäre einmal die geizige Nachbarin, die jeden Rappen dreimal spaltet; aber auch der erste Gast auf dem Hof, ein mysteriöser Schriftsteller, der anonym bleiben möchte. Er hat mehr mit der Zeitschrift «Herzschmerz» zu tun, als er zuzugeben bereit ist. Als auch noch ein paarungswilliger Junggeselle und ein Doktor der Chemie auftauchen, ist das Tohuwabohu perfekt.

Der Saal des Ulrichshauses war bereits bei der ersten Vorführung am Samstagnachmittag sehr gut besucht. Das Publikum amüsierte sich bestens. Das von Laiendarstellern des Kreuzlinger Kolping Theaters gespielte Stück unterhielt mit viel Wortwitz sowie alltäglichen Szenen und Gedankengut, welches gerade auch der älteren Generation noch sehr vertraut sein dürfte. Angesiedelt auf einem kleinen Bauernhof auf dem Land bedient das Stück viele Klischees und schafft gerade dadurch eine besondere Nähe zum Publikum.

Regelmässiger Szenenapplaus und lautstarke Lacher bewiesen, dass die Geschichte um den armen Anton gut ankam. Überzeugend war auch die Leistung der Darsteller, die vor einem schön gemachten Bühnenbild ihre Geschichte erzählten.

Mehr als nur Theater

Wie immer gehörte zum Kolping Theater ein Rahmenprogramm. In zwei Pausen gab es zu essen und zu trinken, man konnte Lösli kaufen und in der ersten Pause heisse Wienerli für die zweite bestellen. Es geht beim Kolping Theater eben nicht nur darum, sich bei einer Komödie mal wieder so richtig auszulachen. Sondern auch darum, in einem gemütlichen Umfeld einen Nachmittag oder Abend zu verbringen. Weitere Vorstellungen finden am 11. und 12. November statt, jeweils um 20.00 Uhr.