Ansturm hält sich in Grenzen

In Kreuzlingen fand das zweite Wochenende des Stärnäzaubers statt, veranstaltet vom Verein Poschte in Chrüzlinge. Damit will man sich gegen die Kundenflucht nach Konstanz stemmen und das Kreuzlinger Zentrum aufwerten.

Severin Schwendener
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Beschwingt den Weihnachtseinkauf erledigen: Gestern trat beim Stärnäzauber unter anderem auch die «Kurt Lauer Saxo Group» in Kreuzlingen auf. (Bild: Nana do Carmo)

Beschwingt den Weihnachtseinkauf erledigen: Gestern trat beim Stärnäzauber unter anderem auch die «Kurt Lauer Saxo Group» in Kreuzlingen auf. (Bild: Nana do Carmo)

KREUZLINGEN. «Es ist noch zu früh, eine definitive Bilanz zu ziehen», sagt Urban Ruckstuhl, Präsident des Vereins Poschte in Chrüzlinge (PIC), am Samstagnachmittag. Dies, weil der zweite Sonntagsverkauf noch anstehe, «und der läuft erfahrungsgemäss besser als der erste, weil er näher an Weihnachten liegt». Insgesamt zeigt sich Ruckstuhl zufrieden, auch wenn sich der Kundenansturm in Grenzen hält. Die meisten Leute sieht man nach wie vor im Auto, wie sie Richtung Konstanz fahren.

Langfristiges Engagement

«Veranstaltungen wie der Stärnäzauber müssen sich erst in den Köpfen der Leute einnisten», gibt sich Ruckstuhl zuversichtlich. Er sieht das Engagement des Vereins denn auch als ein langfristiges. «Es wird definitiv auch im nächsten Jahr einen Stärnäzauber geben.» Insgesamt habe er keinen schlechten Eindruck, am ersten Sonntagsverkauf sei der Kundenandrang in Ordnung gewesen.

Dies bestätigt auch ein Augenschein vor Ort in den Geschäften. Niemand ist von Kunden überrannt worden, allerdings hat dies auch niemand erwartet. Es wird jedoch durchwegs positiv bewertet, dass der Verein PIC mit dem Stärnäzauber etwas unternimmt. Gerade auch für die Kleinen, die von einem vielseitigen Angebot profitierten, zum Beispiel von der Stärnäzauber-Olympiade oder der Bastelstube.

Ein schwieriges Pflaster

Insgesamt ist die Situation aber schwierig, das bestätigen alle. Zu den abgewanderten Schweizer Kunden kommt dazu, dass auch die Konstanzer nur noch selten in die Schweiz finden. «Wobei einige Konstanzer extra zu uns kommen, weil es ihnen in Konstanz zu überfüllt und eng geworden ist», sagt Ana Maria Sanchez vom Schuhgeschäft Tiefenbacher. Grundsätzlich gilt aber auch hier: «Kreuzlingen war und ist ein schwieriges Pflaster.» Diesen Eindruck bestätigt Rosemarie Schär, Inhaberin von Haberer Schuhe, gegenüber. «Zum Glück haben wir eine treue, langjährige Stammkundschaft, die weiterhin bei uns einkauft.» Aber auch sie spürt den tiefen Euro und ist vor allem um die langfristigen Folgen des Einkaufstourismus besorgt. «Bleiben die Umsätze aus, werden irgendwann Leute entlassen, Angebote werden reduziert oder Geschäfte schliessen. Dann wird es noch unattraktiver, hier einzukaufen: ein Teufelskreis.»

Die Menschen, die weiterhin in Kreuzlingen einkaufen, schauen auf mehr als nur den Preis. So Astrid Schmid aus Kreuzlingen. «Ich bin hier aufgewachsen. Wenn ich hier einkaufe, sehe ich immer wieder einmal Bekannte.»