Anonyme möchten Abwahl

Morgen Freitag stehen in der Politischen Gemeinde Wäldi die Gesamterneuerungswahlen an. Ein anonymes Flugblatt fordert frischen Wind.

Nicole D'orazio
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Peter Kehrli, Gemeinderat Wäldi (Bild: Nana do Carmo)

Peter Kehrli, Gemeinderat Wäldi (Bild: Nana do Carmo)

WÄLDI. In der Politischen Gemeinde Wäldi flatterte am Dienstag ein anonymes Flugblatt in die Haushalte. Es beinhaltet eine Wahlempfehlung für die Gesamterneuerungswahlen, die mit «Viele Wählerinnen und Wähler der ganzen Politischen Gemeinde Wäldi» gekennzeichnet ist. Die Wahlen finden morgen Freitag an der Gemeindeversammlung statt. Für den freiwerdenden Sitz von Heinz Traber gibt es zwei Kandidaten: Petra Kuhn und Martin Schuler, die beide der SVP angehören.

Das Pikante bei der anonymen Wahlempfehlung: Es werden die beiden Neuen sowie alle Bisherigen ausser Peter Kehrli zur Wahl empfohlen. Es heisst, dass der Gemeinderat dringend frischen Wind benötige. Warum ausgerechnet Kehrli nicht wiedergewählt werden soll, wird im Flugblatt allerdings nicht erklärt.

Die Anonymität stört

Peter Kehrli hat diese Nicht-Wahlempfehlung zur Kenntnis genommen. Sie macht ihn betroffen. «Es stört mich, dass das Schreiben anonym ist. Wenn jemand ein Problem hat, soll er es doch offen sagen», meint er. Er warte nun die Wahlen von morgen Freitag ab. «Das Volk hat schliesslich immer recht.» Gemeindeammann Adrian König sagt, dass das anonyme Flugblatt mit der Aussage, dass der Gemeinderat dringend frischen Wind benötige, gewisse Emotionen, aber auch Spannung für die Wahlen auslöst. «Eigentlich ist Wäldi in einer komfortablen Situation, da sich zwei Kandidaten für den freiwerdenden Gemeinderatssitz zur Verfügung stellen.»

Gemeinderat funktioniert gut

Der Gemeinderat funktioniere sehr gut, und es herrsche eine angenehme Kultur im Rat, sagt König. Kehrli sei bereits neun Jahre im Gemeinderat, Doris Michielin acht und Ruedi Zeller vier Jahre. Erfahrene Gemeinderäte würden die örtlichen Gegebenheiten in der Gemeinde bestens kennen. «Ich bin überzeugt, dass die Gemeinde Wäldi in den letzten Jahren in verschiedener Hinsicht von diesen Kenntnissen profitieren konnte.»