Anlass zu Hoffnung

Der Stadtrat Bischofszell ist wieder komplett. Normalerweise ist eine solche Feststellung keine spezielle Erwähnung wert. Im Falle der gebeutelten Rosenstadt darf diese Tatsache dennoch hervorgehoben werden.

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Der Stadtrat Bischofszell ist wieder komplett. Normalerweise ist eine solche Feststellung keine spezielle Erwähnung wert. Im Falle der gebeutelten Rosenstadt darf diese Tatsache dennoch hervorgehoben werden. Im Moment gibt es verlockendere und dankbarere Aufgaben, als in der Bischofszeller Exekutive Verantwortung zu übernehmen. So hat es sich auch die SVP reiflich überlegt, ob es für sie nicht besser wäre, in einem Gremium, das dermassen im Schussfeld der Kritik steht, freiwillig den Platz zu räumen. Sie hat es nicht getan und einen Kandidaten portiert. Belohnt wurde sie dafür mit einem Resultat, das auch dann als bemerkenswert bezeichnet werden kann, wenn man berücksichtigt, dass es keine Mitbewerber gab.

Mit der Kandidatur von Erich Schildknecht hat die SVP eine glückliche Hand bewiesen. Der Obstbauer aus dem Thurfeld ist politisch zwar ein unbeschriebenes Blatt, Führungsqualität und Entschlussfreudigkeit werden ihm gleichwohl bescheinigt. Schildknecht präsidiert den Obstbauring Bischofszell und gehört dem Vorstand des Landwirtschaftlichen Vereins an. Zudem trägt er als Unternehmer Verantwortung. In diesen Funktionen hat er gezeigt, dass er prinzipientreu ist, aber auch bereit, einen Dialog auf Augenhöhe zu führen. Ein Heisssporn wäre das letzte gewesen, was der Stadtrat Bischofszell derzeit gebracht hätte. Für Erich Schildknecht spricht auch, dass

er der eigenen Überzeugung folgt, selbst wenn diese nicht dem Kurs seiner Partei entspricht. Die SVP Bischofszell könnte einen lange gesuchten Hoffnungsträger gefunden haben. Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch