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Angst vor Strahlen und Wertminderung

KREUZLINGEN. Die Bewohner rund um die Emil-Bächler-Strasse 3 in Kreuzlingen sind aufgebracht. Sie kämpfen gegen eine 4,5 Meter hohe Mobilfunkantenne, die auf dem Mehrfamilienhaus erstellt werden soll.
Nicole D'orazio
Alle gegen die Antenne: Stellvertretend für alle Quartierbewohner hat sich dieses Grüppchen formiert, um seinen Unmut kundzutun. (Bild: Nicole D'Orazio)

Alle gegen die Antenne: Stellvertretend für alle Quartierbewohner hat sich dieses Grüppchen formiert, um seinen Unmut kundzutun. (Bild: Nicole D'Orazio)

Die Leute werden langsam unruhig. Rund 40 Mobilfunk-Gegner haben sich gestern nachmittag vor der Emil-Bächler-Strasse 3 eingefunden, wo das kantonale Departement für Bau und Umwelt zu einem Augenschein eingeladen hat. Grund: Auf dem Dach des mehrstöckigen Hauses möchte Sunrise eine gut 4,5 Meter hohe Mobilfunkantenne installieren.

Das Baugesuch wurde bereits bewilligt, die Einsprachen abgewiesen. Doch die Quartierbewohner haben nicht aufgegeben und Rekurs eingereicht.

Lange auf dem Dach

«Langsam können sie wieder runter kommen, was machen die denn so lange da oben?», fragt sich eine Frau. Die Vertreter der verschiedenen Parteien haben sich aufs Dach begeben, wo sie sich über eine halbe Stunde Zeit lassen. «Das ist doch Absicht. Die wollen, dass wir frieren und nach Hause gehen», sagt eine andere. «Aber da sind sie bei uns falsch.» Die Leute warten auf den versprochenen Rundgang, auf dem die Lage rund um den Wohnblock angeschaut werden soll.

«Ich habe Angst vor den Auswirkungen der Strahlen», sagt Michael Kohlhaas. «Ich wohne sehr nahe, und die gesundheitlichen Schäden sind nicht absehbar.» Dieser Meinung ist auch Ursula Lutz, die in der Nachbarschaft wohnt. «Ich würde von meiner Wohnung aus ständig diese Antenne anschauen müssen», sagt sie. «Aber das ist nebensächlich. Denn die Strahlen sind nicht förderlich für die Gesundheit.» Die Auswirkungen wären natürlich nicht von heute auf morgen spürbar, aber sie habe gehört, dass viele Leute schlecht schlafen, die nahe einer Antenne wohnen.

Haus wäre weniger wert

Für Verena Lunke steht nicht die Gesundheit an erster Stelle, warum sie gegen die Antenne ist. «Mein Haus steht direkt neben dem Block und würde bei einem Bau eine Wertminderung erfahren», erklärt sie. «Sollte ich das Haus eines Tages nicht mehr verkaufen können oder zu einem viel tieferen Preis, würde ich auf den verantwortlichen Hausbesitzer zurückkommen.» Das habe sie ihm auch mitgeteilt.

Christian Schmidt, einer der Rekurrenten, unterstützt ihre Meinung. Er wohne oberhalb des Blockes am Hang und würde die Antenne immer anschauen müssen. «Diese gehört nicht mitten ins Wohngebiet, sondern an den Stadtrand oder auf ein Industriegebäude.» Am meisten störe ihn jedoch, dass die Bevölkerung von der Stadt nicht ernst genommen und übergangen werde.

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