«Angestellt sein liegt mir nicht»

Seit einem Vierteljahrhundert ist Beat Zihlmann aus Buchackern selbständiger Bildhauer. Zur dreitägigen Jubiläumsfeier lädt er die Bevölkerung in sein Atelier ein.

Hannelore Bruderer
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Freuen sich: Bildhauer Beat Zihlmann und seine Frau Manuela. (Bild: Hannelore Bruderer)

Freuen sich: Bildhauer Beat Zihlmann und seine Frau Manuela. (Bild: Hannelore Bruderer)

BUCHACKERN. Aus seinen Unterlagen holt Beat Zihlmann einige alte Zeitungsartikel hervor, die damals zur Eröffnung seines Bildhauerateliers verfasst wurden. «Ja, dieses schmale Bürschchen da auf dem Bild, das bin ich», sagt er und lacht. «Im Hintergrund sieht man mein Büro. Es sieht noch fast gleich aus wie vor 25 Jahren. Jetzt befinden sich nur mehr Unterlagen und Geräte hier.» Das Haus, das Zihlmann mit seiner Familie bewohnt, und wo sein Atelier untergebracht ist, befindet sich seit 86 Jahren im Familienbesitz.

Talent in Schule erkannt

Dass er sich nach der Schule der Bildhauerei zuwenden würde, sei nicht von Anfang an festgestanden, sagt der 50-Jährige. «Ich wusste nicht einmal, dass Bildhauer ein Beruf ist.» Oberstufenlehrer Thomas Ledergerber erkannte die kreative Begabung seines Schülers und ermunterte ihn, einen künstlerischen Beruf zu ergreifen. Zu Hause zeigte man sich offen für diesen Wunsch. «Meine Geschwister und ich durften frei entscheiden, was wir lernen wollten. Unser Vater war da tolerant.» Die vierjährige Lehrzeit absolvierte Zihlmann bei Bildhauern in Bischofszell und Weinfelden. In den Jahren, bevor er sein eigenes Atelier eröffnete, arbeitete er an verschiedenen Orten. Er lernte dazu und knüpfte Beziehungen, die vielfach heute noch bestehen.

Schnell Fuss gefasst

Fest angestellt sei er nie gewesen, schmunzelt er. «Das liegt mir nicht. Deshalb habe ich bald mein eigenes Atelier eröffnet.» Der Einstieg in die Selbständigkeit verlief recht gut. Zihlmann: «Ich bin hier aufgewachsen, die Leute kennen mich. Da kamen auch bald die ersten Aufträge.»

Zihlmann fertigt Kunstwerke nach eigenen Ideen an, führt aber auch Auftragsarbeiten aus. Bei Aufträgen der öffentlichen Hand handelt es sich meist um grössere Objekte wie etwa Brunnenanlagen oder Platzgestaltungen. Mehrere seiner Skulpturen stehen in privaten Gärten oder Wohnräumen. Eher rückläufig sei die Nachfrage nach individuell gestalteten Grabmalen, sagt Zihlmann. «Da spürt man, dass die Bestattungsarten vielfältiger geworden sind. Zudem arbeiten vermehrt grössere Firmen mit standardisierten Angeboten in diesem Bereich.»

Tag der offenen Tür: Freitag, 31. August, 16 bis 20 Uhr; Samstag, 1. September, 11 bis 17 Uhr; Sonntag, 2. September, 11 bis 16 Uhr; Eppishauserstrasse 1.

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