Andreas Opprecht ist Sulgens nächster Gemeindeammann

Der Nachfolger von Hans Ziegler als Gemeindeammann von Sulgen heisst Andreas Opprecht. Der 36jährige FDP-Kandidat distanzierte im zweiten Wahlgang Joos Bernhard (CVP) und Gaby Nägeli (SVP) deutlich.

Georg Stelzner
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Wahlfeier im Auholzsaal: Andreas Opprecht im Gespräch mit Gemeindeammann Hans Ziegler. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wahlfeier im Auholzsaal: Andreas Opprecht im Gespräch mit Gemeindeammann Hans Ziegler. (Bild: Hanspeter Schiess)

SULGEN. Im Vergleich zum ersten Wahlgang konnte Andreas Opprecht nochmals um 48 Stimmen zulegen und seinen Vorsprung auf seinen ersten Verfolger, Joos Bernhard, fast verdoppeln. Siegessicher sei er trotz der guten Ausgangslage gar nicht gewesen, erklärte Opprecht nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses: «Von einer knappen Niederlage bis zu einem klaren Erfolg habe ich alles für möglich gehalten.»

Ehre und Verpflichtung

Es sei bei solchen Wahlen entscheidend, was einem Kandidaten zugetraut wird, sagte Opprecht und verwies auf seine Leistungen als Organisator von Grossanlässen in Sulgen. Seit Beendigung der Schulzeit habe er sich in seinem Wohnort immer wieder engagiert. «Dabei hatten viele Leute Gelegenheit, mich kennenzulernen; sie wussten also, was sie von mir erwarten können.» Das könnte ein entscheidender Pluspunkt für ihn gewesen sein.

Er betrachte es als Ehre, mit einem solchen Resultat zum Gemeindeammann gewählt worden zu sein. Andererseits sei dieser Erfolg auch eine Verpflichtung. «Es wird mein Bestreben sein, auch jene Stimmberechtigten zu überzeugen, die mich nicht gewählt haben», versprach Opprecht. Als erste wichtige Aufgabe erachtet es der künftige Gemeindeammann, das neu beschlossene Ressortsystem im Gemeinderat rasch zum Funktionieren zu bringen.

Ohne grosse Hoffnung

Enttäuscht, aber gefasst nahmen Joos Bernhard und Gaby Nägeli das Wahlresultat zur Kenntnis. «Ich wäre sehr gerne Gemeindeammann geworden», gestand der CVP-Kandidat, «doch mir war bewusst, dass es hart sein wird, den Rückstand auf Andreas Opprecht aufzuholen.» So sei die Enttäuschung jetzt auch kleiner als nach dem ersten Wahlgang. Er glaube nicht, dass er im Wahlkampf etwas anders hätte machen müssen, sagte Bernhard. Er sei davon ausgegangen, einen genug hohen Bekanntheitsgrad zu haben. Einen möglichen Grund für seine Niederlage glaubt er zu kennen: «Vielleicht war ich als Kandidat zu unabhängig und für die Wählerschaft damit zu unberechenbar.» Positiv wertet Bernhard das eindeutige Verdikt.

Gaby Nägeli räumte ein, vom Wahlausgang nicht überrascht worden zu sein: «Es ist das eingetroffen, was ich insgeheim erwartet habe.» Dennoch bereue sie es nicht, zum zweiten Wahlgang angetreten zu sein. Den Erfolg Opprechts führt die SVP-Kandidatin auf dessen überaus aktive Anhängerschaft zurück. Ob ihr Scheitern auch mit ihrem Geschlecht zu tun haben könnte, will Nägeli nicht ausschliessen: «Mir ist nicht verborgen geblieben, dass es Frauen in Sulgen ziemlich schwer haben.» Kein Thema sei für sie eine Kandidatur für die Gemeinderatswahlen vom 13. Februar 2011.

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