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ANDREAS BALG: Rücktrittsgerüchte um den Arboner Stadtpräsidenten

Noch spricht Andreas Balg in Rätseln, ob er ab 2019 Stadtpräsident bleiben möchte. Einen Entscheid hat der 54-Jährige gefällt, der zunehmend unter Druck gekommen ist. Heute um 11 Uhr lüftet nun seine Partei, die FDP, das Geheimnis.
Max Eichenberger
Die FDP und Andreas Balg geben heute den Entscheid bekannt, ob der 54-jährige Stadtpräsident sich 2019 für eine nächste Amtsperiode zur Wiederwahl stellt. (Bild: Max Eichenberger)

Die FDP und Andreas Balg geben heute den Entscheid bekannt, ob der 54-jährige Stadtpräsident sich 2019 für eine nächste Amtsperiode zur Wiederwahl stellt. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Tritt er nochmals zur Wahl für eine weitere vierjährige Amtsdauer an oder gibt Stadtpräsident Andreas Balg im Mai 2019 sein Amt ab? Darüber wird seit längerem spekuliert – spätestens, seit der 54-Jährige letzten Herbst die ihm gestellte Frage zweideutig offen gelassen und gesagt hatte, er werde Ende März entscheiden. Dies auch gegenüber seiner Partei, der FDP.

Am Freitagabend steckten die wichtigen Exponenten der FDP im Café «s’Zwei» in der Altstadt, im geschlossenen Rahmen zwar, aber durch die Schaufenster sichtbar, die Köpfe zusammen. Es ging da um eben diese Frage. Und wie der Entscheid kommuniziert werden soll, bestätigt Max Gimmel, der mit Martin Thalmann das FDP-Co-Präsidium bildet, auf Anfrage.

Neben Balgs Entscheid geht es auch um die Stadtrats-Personalie Hans-Ulrich Züllig (67), der ebenfalls offen gelassen hatte, ob er nochmals anzutreten gedenkt. In beiden Fällen wollte insbesondere auch die Partei Klarheit. «Die Beiden haben wir in Ruhe gelassen, aber ihnen gesagt, ihr müsst euch bis Ende März finden zu einem Entscheid», sagt Max Gimmel. «Inzwischen haben wir diesen Entscheid.»

Was der Stadtpräsident sagt, ist schwer entschlüsselbar

Am Samstag sickerte durch, es sei für die Stadtratsitzung am Montagnachmittag (26.3.) mindestens eine persönliche Erklärung angekündigt und traktandiert.

«Stimmt», sagt Stadtpräsident Andreas Balg gestern auf Nachfrage hin. Mehr aber auch nicht – ausser, dass es um die beiden Personalien geht – und damit die Kardinalfrage: Tritt er nochmals an? Oder hört er 2019 auf?

«Die Kommunikation liegt bei der Partei», betont Balg, der seit Dezember 2012 das Arboner Stadtpräsidium innehat und auf den in die St. Galler Kantonsregierung gewählten Martin Klöti, ebenfalls FDP, gefolgt ist. Die FDP-Führung habe in dieser Sache den Informations-Lead. Dies sei so vereinbart worden. Zutreffend sei auch, dass die Partei am Freitag diese Information vorbereitet habe, bestätigt Balg.

Offiziell soll diese heute Dienstag erfolgen. Die FDP hat um 11 Uhr zu einer Medienkonferenz eingeladen. «Den Entscheid werden wir definitiv erst dann bekannt geben», sagt Co-Präsident Max Gimmel. Man wolle, dass der Informationsprozess sauber ablaufe – und keinen Mutmassungen in die eine oder andere Richtung Vorschub leisten.

Das wollte auch Stadtpräsident Andreas Balg nicht, der gestern einen gelösten Eindruck machte. Dennoch tat er dies mit Aussagen, die als Wunsch eines Weiterverbleibs im Amt zu deuten sind, und anderen, die in die gegenteilige Richtung gehen. Im Gesamtpaket sind sie schwer entschlüsselbar und teilweise widersprüchlich. «Ich will die Spannung unbedingt noch aufrechterhalten», sagt er augenzwinkernd.

«Es gibt Potenzial für viel Neues»

Offensichtlich ist: Balgs politischer Rückhalt wie der Kredit im Volk sind geschwunden. Auch klar ist und gebietet die Fairness festzuhalten, dass für den momentan durchzogenen Formstand der Stadt Arbon längst nicht nur ein Stadtpräsident alleine verantwortlich ist. Trotz Kritik ihm und dem Stadtrat gegenüber hat Balg immer wieder betont, ihm mache die Arbeit im Arboner Stadthaus Freude.

Auch jetzt betont er: «Ich habe weiterhin Lust, viel zu bewegen – zumindest bis Mai 2019.» Dass er amtsmüde geworden wäre und sich nach anderen Kaderpositionen umgesehen hätte, wie ihm einige vorhalten, verneint er: «Ich habe mich nicht anderswo beworben und werde es nicht.» Wenn etwa die Leitung des Amtes für Wirtschaft und Arbeit frei wird oder das Stadtpräsidium von Kreuzlingen, müsse er halt damit rechnen und leben, dass irgendwelche Leute ihn damit in Verbindung brächten.

Solange er einen Job ausübe, mache er ihn «bis zur letzten Minute», gebe er sich ganz der Sache hin, fokussiert und konzentriert, betont Balg. Er sei auch nicht «am Vorsondieren» für ein allfälliges Danach. Das habe er noch nie gemacht. Er habe in dieser Beziehung zum jeweiligen Zeitpunkt einfach immer Glück gehabt. Gute Projekte wolle er weiterhin begleiten. Wo und welche? «In Arbon gibt es gute Projekte.» Und: Für ihn gebe es «nur eine Gemeinde; das ist Arbon.»

Einen Atemzug danach sagt Balg dann allerdings den Satz mit offenen Fragen: «Und es gibt Potenzial für viel Neues.» Also doch nicht die Vision von der Pensionierung im Stadthaus? – Wie sagte doch vor der gestrigen Stadtratssitzung Andreas Balg noch: «Ich will die Spannung unbedingt aufrecht erhalten.»

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