An Silvester feiern sie doppelt

Beim Landgasthof Wartegg in Müllheim-Wigoltingen steht ein Generationenwechsel bevor. Christoph und Roger Frei übernehmen auf Anfang Jahr den Betrieb von ihren Eltern Jules und Monika Frei.

Salome Preiswerk Guhl
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Koch Christoph Frei übernimmt per Anfang 2015 den Landgasthof Wartegg von seinen Eltern Jules und Monika Frei. Sein Bruder Roger Frei leitet den Service in der Gaststube. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Koch Christoph Frei übernimmt per Anfang 2015 den Landgasthof Wartegg von seinen Eltern Jules und Monika Frei. Sein Bruder Roger Frei leitet den Service in der Gaststube. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

WIGOLTINGEN. Der Landgasthof Wartegg in Müllheim-Wigoltingen geht per 1. Januar 2015 in jüngere Hände: Jules und Monika Frei übergeben ihren Betrieb an ihren Sohn Christoph Frei. Ihm zur Seite steht sein Bruder Roger Frei. Der gelernte Gastronomiefachassistent sorgt für einen reibungslosen Ablauf in der Gaststube, während sich Christoph Frei um das kulinarische Wohl der Gäste kümmert.

Jules und Monika Frei werden aber weiterhin im Hintergrund für den bekannten Landgasthof tätig sein. Sie wirten schon seit 1982 auf der «Wartegg». Als sie den Landgasthof 1985 erwerben konnten, bauten sie ihn nach und nach um und aus. Nebst A-la-Carte kamen weitere Standbeine dazu: Bankette, Catering, Hotel sowie eine gediegene Gartenwirtschaft. Und fast nebenbei wurden noch drei Kinder grossgezogen.

Catering sogar in Tadschikistan

In über 30 Jahren konnte sich die Familie Frei einen grossen und treuen Kundenstamm aufbauen. «Das Verrückteste, das wir je gemacht haben, war wohl das Catering in Tadschikistan», sagt Jules Frei. Er hatte den Auftrag, 2008 neun Staatspräsidenten und ihrer ganzen Entourage die westliche Küche näherzubringen, «wohlverstanden unter einfachsten Küchenverhältnissen», merkt Frei an. Weitere Höhepunkte waren der Thurgauer Tag an der Expo sowie die 200-Jahr-Feier des Kantons Thurgau.

Obwohl bei der Familie Frei schon sechs Bundesräte und gar der Präsident des Deutschen Bundestags, Norbert Lammert, verköstigt wurden, sind sie mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben. «Aber wenn mächtige Staatsvertreter aus dem Iran, Russland oder der Türkei kommen, dann passen wir uns und das Menu der anderen Kultur an», sagt Monika Frei. Sie zieht im Hintergrund alle Fäden.

Kochen für einen guten Zweck

Jules Frei engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich am traditionellen Gilde-Kochtag. An 46 Standplätzen kochten im September schweizweit Gilde-Köche bereits zum 20. Mal Risotto für einen guten Zweck. «In 15 Jahren sind dabei annähernd 1,5 Millionen Franken für die Multiple-Sklerose-Gesellschaft zusammengekommen», rechnet Jules Frei zusammen. Er ist Kassier der schweizerischen Fachvereinigung von ausgewiesenen Gastronomen mit 275 zugehörigen Betrieben. «Einen besonderen Coup landeten wir 2004, als wir mit der grössten Pfanne der Welt 6430 Kilo Risotto kochten», die Gilde-Köche fanden damit auch Aufnahme im Guinnessbuch der Rekorde. «Er ist ein Macher. Er hat nicht nur Ideen, er reisst an und zieht es auch durch», sagt Monika Frei.

Nachwuchs hält am Konzept fest

Qualität und Gastfreundschaft stehen im Mittelpunkt im Landgasthof Wartegg. Dieses Credo übernimmt auch Christoph Frei. Nach verschiedenen Stationen unter anderem im «Feldbach» Steckborn und Wellnesshotel Golf Panorama Lipperswil kehrte der gelernte Koch 2011 zurück zur «Wartegg» und stieg im elterlichen Betrieb ein. «Zurzeit beschäftigen wir acht Festangestellte, je nach Anlass steigt die Anzahl aber auf bis 30 Mitarbeiter », so der Juniorchef, der neu zu den Gilde-Köchen gehört und 2015 in die Chaîne des Rôtisseurs aufgenommen wird.

Freis feiern den Generationenwechsel morgen abend mit einer Silvester-Tavolata mit Sechs-Gang-Gala-Menu und Musik für ihre Gäste. Monika Frei freut sich wie ihr Mann Jules auf den nahtlosen Übergang. «Wir sind wohl noch da, aber ab Januar nicht mehr an der Front.»

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