Amriswils Stadtturnier vor dem Aus?

AMRISWIL. Mit dem Stadtturnier am Freitagabend und dem Schülerturnier am Samstag führte der FC Amriswil am Wochenende gleich zwei Fussballturniere durch. Für das Stadtturnier erhoffen sich die Organisatoren im kommenden Jahr mehr Teilnehmer. Das beliebte Grümpeli steht sonst auf der Kippe.

Manuel Nagel
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Drei leidenschaftliche Väter am Spielfeldrand ahnen das drohende Unheil und gehen beim entscheidenden Tor gegen ihre Sprösslinge wortwörtlich in die Luft. Trotz Niederlage feiern sie ihre Helden oder nehmen sie tröstend in den Arm.

Drei leidenschaftliche Väter am Spielfeldrand ahnen das drohende Unheil und gehen beim entscheidenden Tor gegen ihre Sprösslinge wortwörtlich in die Luft. Trotz Niederlage feiern sie ihre Helden oder nehmen sie tröstend in den Arm.

Dario Decurtins muss sich einige dumme Sprüche anhören an diesem Abend, an dem die Deutschen gegen die Griechen spielen. Grund dafür ist das Deutschland-Trikot, welches er trägt. Doch Decurtins lässt sich die Laune nicht vermiesen. Erst recht nicht, als kurz nach halb elf die Löw-Elf mit 4:2 in den Halbfinal der Fussball-EM einzieht.

Nur noch ortsansässige Teams

Die letzten drei Tore der Partie verpasst Decurtins jedoch, weil er als Organisator des Stadtturniers die Siegerehrung vornimmt. Baumann & Cellere heisst der Sieger. Vor einem Jahr noch Letzter, nun Gewinner des Amriswiler Grümpelturniers, an welchem nur noch Vereine, Firmen und Beizen aus der Region Amriswil teilnehmen können. Dies habe sich bewährt, sind die Organisatoren des FC Amriswil überzeugt. Die Atmosphäre sei im Vergleich zu früher viel ruhiger und gemütlicher.

Freibier und Wurst vom Chef

In dieses Bild passt die Firma Müssig. Nach der Niederlage im letzten Spiel bringen Torhüter Roger Koch und Firmenchef Moritz Müssig, der ebenfalls aktiv mitspielt, Biernachschub. Doch die zwei vollen Tabletts sind nicht nur für die Spieler, sondern auch für die übrigen Angestellten des Treppen- und Geländerherstellers, die ihren fussballspielenden Kollegen an der Seitenlinie zujubeln. Als Dank für ihre Unterstützung sind sie alle von der Firma zu Wurst und Bier eingeladen. Die Unterstützung der zahlreichen Mitarbeiter nützt jedoch nichts. Die Firma Müssig belegt den letzten Platz – was kein schlechtes Omen für das nächste Turnier sein muss, wie Baumann & Cellere beweist.

«Überlegen, wie es weitergeht»

Wenn es denn nächstes Jahr überhaupt noch ein Stadtturnier geben sollte. Einziger Wermutstropfen für Organisator Decurtins ist die geringe Anzahl der teilnehmenden Teams an diesem Abend. Lediglich elf Teams haben sich für das Stadtturnier angemeldet, wovon drei Teams in einer eigenen Kategorie für «Fussballer mit einer Behinderung» um den Sieg spielen. Diese Neuerung sei ganz klar eine Verbesserung, findet Decurtins, zumal das ABA ein treuer Teilnehmer des Stadtturniers sei. Mit den Lion Kings und einer Auswahl von PluSport Thurgau hatte das ABA starke Konkurrenz bei den Behindertensportlern.

«Wir überlegen uns nun, wie es weitergehen soll», so Decurtins. «Mit nur acht Teams macht es nicht viel Sinn.» Decurtins hofft, dass sich im kommenden Jahr mehr Vereine, Firmen und Beizen aus Amriswil und der näheren Umgebung anmelden werden.

Schülerturnier mit Wetterglück

Einen leichten Teilnehmerrückgang verzeichnete auch das Schülerturnier vom Samstag, welches ebenfalls der FC Amriswil ausrichtet. 48 Teams kämpften vor allem um Ruhm und Ehre für ihre jeweilige Klasse, denn Medaillen gab es für alle Teilnehmer.

Und im Gegensatz zum Vorjahr, als es am Samstag heftig regnete, musste heuer das Schülerturnier nicht auf den Sonntag verschoben werden. Die vielen hundert Kinder und deren mitfiebernde Eltern fanden auf dem Sportplatz Tellenfeld ideale Bedingungen für ein Fussballfest vor.

Zum erstenmal in eigener Gruppe: Drei Teams, bestehend aus Fussballern mit einer Behinderung, spielen den Sieger unter sich aus. (Bilder: Manuel Nagel)

Zum erstenmal in eigener Gruppe: Drei Teams, bestehend aus Fussballern mit einer Behinderung, spielen den Sieger unter sich aus. (Bilder: Manuel Nagel)

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