Amriswiler Stadtammann dank Stimmabstinenz

Am 29. März wird in Amriswil die Nachfolge von Peter Kummer bestimmt. Derzeit weist alles darauf hin, dass der neue Stadtammann Martin Salvisberg heissen wird. Aber es könnte auch Überraschungen geben.

Rita Kohn
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Jetzt einziger Kandidat: Martin Salvisberg wirbt um Wähler. (Bild: Roger Häni)

Jetzt einziger Kandidat: Martin Salvisberg wirbt um Wähler. (Bild: Roger Häni)

Es scheint ein unspektakulärer Wahlgang zu werden: Wenn am 29. März die Urnen in Amriswil geschlossen werden, dürfte aufgrund des Ergebnisses vom ersten Wahlgang Martin Salvisberg von der SVP als Sieger der Wahl und damit als künftiger Stadtammann von Amriswil feststehen. Nur wenige Stimmen hatten ihm Anfang Februar gefehlt, um den Wahlsieg schon im ersten Anlauf zu schaffen – dies trotz grosser Konkurrenz mit zwei weiteren starken Kandidierenden. Obwohl Martin Salvisberg mit einem veritablen Vorsprung – auf ihn kamen 49,7 Prozent der gültigen Stimmen – sowohl die FDP-Kandidatin Heidi Grau als auch den CVP-Kandidaten André Schlatter auf die Plätze verwies, könnte nach dem neuerlichen Urnengang aber eine Überraschung ins Haus stehen.

Nur noch einfaches Mehr

Für viele Stimmberechtigte ist der Fall klar: Martin Salvisberg scheint kaum mehr einholbar. Dies erst recht, nachdem sowohl André Schlatter als auch Heidi Grau darauf verzichteten, zum zweiten Wahlgang anzutreten. Dennoch könnte theoretisch der künftige Stadtammann Grau oder Schlatter heissen. Denn anders als beim ersten Wahlgang steht am 29. März nicht mehr das absolute Mehr als Hürde im Raum. Es zählt das einfache Mehr, wer die meisten Stimmen auf sich vereint, ist als Stadtammann von Amriswil gewählt. Wenn also aufgrund der an sich klaren Ausgangslage die Stimmbeteiligung sehr niedrig ist, könnte eine relativ kleine Gruppe von Leuten ihren Favoriten oder ihre Favoritin ins Amt hieven, falls sie geschlossen zur Abstimmung erscheint. Selbst Personen, die noch wenige Tage vor den Stadtammann-Wahlen nicht im Gespräch sind, könnten auf diese Weise unerwartet in dieses Amt gewählt werden. Eine Wahl ohne offizielle Kandidatur ist ebenso möglich, wie eine Kandidatur wenige Stunden vor Urnenschluss. Gewählt werden kann, wer in der Schweiz stimmberechtigt ist.

Einzige Vorlage

War es am 8. Februar die Personenfreizügigkeitsvorlage, die für einen ungewohnt hohen Aufmarsch an der Urne sorgte, wird am 29. März die Wahl zum Stadtammann die einzige Vorlage sein, über die die Amriswiler Stimmberechtigten zu befinden haben. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Amriswilerinnen und Amriswiler gerade bei Wahlen gerne der Urne fernbleiben oder leere Stimmzettel einlegen und damit oft nur wenige Prozent der Stimmberechtigten über die Bestückung von Behörden entschieden. Ist der Entscheid gefallen und ein neuer Stadtammann gewählt, so kann er – oder sie – dieses Amt bis zur nächsten ordentlichen Wahl bekleiden. Die Möglichkeit, einen gewählten Stadtammann während der laufenden Amtsperiode abzuwählen, ist nicht vorgesehen.

Den Rücken stärken

Will Amriswil seinen Status als urbane, aufstrebende Oberthurgauer Metropole beweisen, wird es auch darauf ankommen, bei den Wahlen des künftigen Oberhauptes der Stadt ein klares Zeichen zu setzen. Eine gute Stimmbeteiligung mit einem klaren Wahlresultat könnte dem Stadtammann den Rücken stärken, während ein knapper Ausgang oder eine sehr tiefe Stimmbeteiligung zu einer Verunsicherung über die politischen Verhältnisse führen könnte.

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