Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

AMRISWIL: Zur Abenddämmerung droht der Tod

Seit einigen Tagen wandern Frösche, Kröten und Molche wieder – so auch nördlich des Weihers über die Fischenhölzlistrasse. Damit die Tiere nicht überfahren werden, hat die Stadt einen Zaun aufgestellt. Nun braucht es Helfer, welche die Frösche hinübertragen.
Manuel Nagel
Auf etwas mehr als 150 Metern Länge erstreckt sich seit Dienstagmorgen der Froschzaun an der Fischenhölzlistrasse. (Bild: Manuel Nagel)

Auf etwas mehr als 150 Metern Länge erstreckt sich seit Dienstagmorgen der Froschzaun an der Fischenhölzlistrasse. (Bild: Manuel Nagel)

«Mir tun die Tierchen leid», sagt Michael Brander. Der junge Mann sagte sofort zu, als er von Urs Baumann, dem Präsidenten des Natur- und Vogelschutzvereins (NVVA), angefragt wurde, ob er sich bei der Amphibienrettung beteiligen würde. Nun will er jeden Abend bei Einbruch der Dunkelheit während ein, zwei Stunden den Froschzaun an der Fischenhölzlistrasse ablaufen und Frösche, Kröten und Molche auf die andere Strassenseite tragen.

Michael Brander rettet schon nach wenigen Minuten die erste Erdkröte. (Bild: Manuel Nagel)

Michael Brander rettet schon nach wenigen Minuten die erste Erdkröte. (Bild: Manuel Nagel)


«Weil ich als Mitarbeiter der Gleis AG früh raus muss, kann ich das nicht bis Mitternacht machen», sagt er schon beinahe entschuldigend. Doch die Verantwortlichen wären bestimmt froh, wenn es noch viele weitere Helfer wie Brander hätte, welche nur einen Bruchteil seines Engagements aufwenden würden.

Nachdem der zuständige Stadtrat Claudio Zaffonato eine Expertenrunde einberufen hatte, folgten diesen Dienstag die nächsten Schritte. Am Morgen stellten Rolf Mettler und sein Team vom Werkhof auf rund 150 Metern Länge einen speziellen Froschzaun auf. Am Abend traf sich dann Zaffonato mit Vertretern des NVVA und anderen Helfern, um das weitere Vorgehen zu besprechen und zu koordinieren.

Auch eine Schulklasse der Nordstrasse macht mit

Dabei haben sich die Natur- und Vogelschützer bereit erklärt, die Koordination der Amphibienrettung zu übernehmen (siehe Kasten ganz unten). Ebenfalls mit von der Partie ist Martin Kuster mit seinen Viertklässlern von der Nordstrasse. Der Lehrer wird mit seinen Schülern vor allem frühmorgens nach Fröschen Ausschau halten, die von Mitternacht an von der Abschrankung gestoppt worden und nicht mehr umgekehrt sind. In den Frühlingsferien, ab dem 30. März, fällt diese Hilfe jedoch während zweier Wochen weg.

An diesem nasskalten Dienstagabend zeigte sich aber auch, dass es zur Rettung der Tiere noch viele weitere Helfer braucht. Selbst wenn jemand nur einmal die Woche während zwei, drei Stunden Amphibien einsammeln kann, ist das bereits eine grosse Hilfe, findet Stadtrat Claudio Zaffonato. Wichtig sei aber, dass die Helfer sich vorher beim NVVA melden und auch gut ausgerüstet sind mit Leuchtweste, Stirnlampe, gutem Schuhwerk, warmer Kleidung und dem Statistikblatt, um die geretteten Tiere zu bestimmen und mit einer «Strichliliste» zu erfassen.
Den ersten Strich konnte Michael Brander beim Feld «Erdkröte» machen. Als sich die Helfer am Dienstagabend auf den Heimweg machen wollten, entdeckte er die Kröte etwas abseits des Froschzaunes, offensichtlich auf dem Weg vom Weiher zum Tintenbach zurück. Und auch am Mittwochabend war er erfolgreich unterwegs, als er einen Bergmolch, drei Grasfrösche und neun Erdkröten rettete. Ein Tier wurde überfahren. Eine genaue Artenbestimmung war jedoch bei diesem nicht mehr möglich.

Koordinierte Hilfe nötig für die Statistik

In den kommenden fünf bis sechs Wochen, so schätzen die Experten, werden die Amphibien mehrheitlich zwischen dem Ziegeleiweiher und dem nördlich davon gelegenen Tintenbach unterwegs sein. Da die Frösche, Kröten und Molche erst beim Einsetzen der Dämmerung loslaufen, sind vor allem Helfer zwischen sieben Uhr abends und Mitternacht gefragt. Bislang gibt es keine Zahlen, wie viele Tiere überhaupt zwischen den beiden Gewässern unterwegs sind. Deshalb wurde entschieden, die Amphibienrettung mit Hilfe eines Merkblatts, auf dem die Tiere aufgelistet sind, auch statistisch zu erfassen. Die Koordination übernimmt der Natur- und Vogelschutzverein Amriswil und Umgebung (NVVA), der mittels Doodle die Helfer nach ihren Möglichkeiten einteilt. (man)
Kontaktaufnahme NVVA
Claudia Reber (076 565 88 06), froschamriswil@gmail.com

Urs Baumann und Claudia Reber vom NVVA, Martin Kuster, Lehrer der Nordstrasse, Heidi Leumann und Stadtrat Claudio Zaffonato besprechen direkt vor Ort an der Fischenhölzlistrasse das weitere Vorgehen. (Bild: Manuel Nagel)

Urs Baumann und Claudia Reber vom NVVA, Martin Kuster, Lehrer der Nordstrasse, Heidi Leumann und Stadtrat Claudio Zaffonato besprechen direkt vor Ort an der Fischenhölzlistrasse das weitere Vorgehen. (Bild: Manuel Nagel)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.