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AMRISWIL: Von der Ostsee an den Bodensee

Die Chrischona Amriswil hat einen neuen Leiter. Gernot Rettig ist mit seiner Familie im Sommer in den Thurgau gezogen und fasst nun langsam Fuss. Er ist mit offenen Armen empfangen worden.
Rita Kohn
Gernot Rettig ist der neue Mann an der Spitze der Chrischona Amriswil. (Bild: Reto Martin)

Gernot Rettig ist der neue Mann an der Spitze der Chrischona Amriswil. (Bild: Reto Martin)

AMRISWIL. Er wollte heim. Doch dann kam Amriswil. Und so ist Gernot Rettig mit seiner Familie seit ein paar Wochen im Oberthurgau statt im Raum Stuttgart zu Hause. Es ist für ihn dennoch wie ein Heimkommen. Denn die Kultur am Bodensee ist dem gebürtigen Stuttgarter nahe. Gekommen sind Rettigs aus dem Norden von Deutschland. «Die letzten Jahre haben wir in Rostock gelebt», sagt er. Das jüngste seiner vier Kinder ist dort geboren. Der Wechsel von der Ostsee an den Bodensee fällt den Kindern denn auch schwerer als den Eltern.

Wenn sie sich auch hier zuerst zurechtfinden müssen, so waren die Kinder dennoch in den Entscheid der Eltern, rund 1000 Kilometer weit weg zu ziehen, eingebunden. Sie wussten, dass Gernot Rettig, der die letzten fünf Jahre als selbständiger Unternehmensberater gearbeitet hat, wieder predigen wollte. Bevor er an die Ostsee gezogen war, stand Gernot Rettig während acht Jahren in Stuttgart als Prediger vor der Gemeinde. Als es dann darum ging, in Rostock eine christliche Arbeit aufzubauen, zog es Gernot Rettig und seine Frau an die Ostsee. «Mir wurde klar, dass ich wieder Pastor sein will», sagt Gernot Rettig mit Nachdruck.

Immer wieder ins Fettnäpfchen getappt

Heute erinnert sich Gernot Rettig mit einem Lächeln an seine Anfangsjahre in Rostock. Denn er und seine Frau – eine gebürtige Engländerin – sind immer wieder ins Fettnäpfchen getappt. «Vieles war so anders, als wir es von zu Hause gewöhnt waren», sagt er. Es waren oft Kleinigkeiten, die er falsch gemacht hat und damit die Menschen unbewusst vor den Kopf schlug. Daraus habe er viel gelernt, das solle ihm in Amriswil nicht noch einmal passieren. «Heute frage ich direkt, wenn ich mir nicht sicher bin, wie man sich in einer bestimmten Situation richtig verhält.»

Die Menschen, auf die die Familie in Amriswil getroffen ist, haben die Neuankömmlinge mit offenen Armen empfangen. «Wir hatten schon einen sehr guten Eindruck, als wir im April hergekommen sind, um uns die Gemeinde anzusehen», schildert Gernot Rettig. Dann aber habe sich die Gemeinde übertroffen. Bei seiner Einsetzung wurden ihm und seiner Familie grosse Geschenkkörbe überreicht. «Das geschah in einer solchen Grosszügigkeit, wie ich sie niemals erwartet hätte», gesteht der neue Gemeindeleiter und die Rührung ist ihm dabei gut anzusehen. Es war wie eine Bestätigung dessen, was die Familie bereits anderweitig zu spüren bekam: Sie ist willkommen.

Es hat sofort gut gepasst

Auf die Möglichkeit, sich bei der Chrischona zu bewerben, wurde Gernot Rettig von einem Freund aufmerksam gemacht, der mit ihm die Bibelschule besucht hatte und der heute in der Schweiz lebt. «Ich habe mich also bei der Chrischona gemeldet und bekam die Stelle in Amriswil angeboten.» Dass es gerade die Ostschweiz und damit nahe der ursprünglichen Heimat sein würde, hat Gernot Rettig besonders gefreut. Als er dann Amriswil besuchte, war für ihn klar, dass er sich hier wohl fühlen konnte. «In Stuttgart arbeitete ich in einem Ort mit 20 000 Einwohnern. Vieles ist vergleichbar.» Dazu kam, dass der Bodensee nicht weit von Amriswil entfernt ist. «Wasser war mir immer wichtig, das war auch in Rostock so.» Es gebe ihm die Möglichkeit auszuspannen. «Ich bin oft am Strand der Ostsee entlang gejoggt.»

In seine neue Aufgabe wächst Gernot Rettig langsam hinein. Er tritt zwar die Nachfolge von Christian Stricker an, muss aber nicht gleich die ganze Last auf seinen Schultern tragen. Der einstige Gemeindeleiter Paul Amacker wird bis zu seiner bevorstehenden Pensionierung die Hauptverantwortung tragen. Das gibt Gernot Rettig die Möglichkeit, sich zuerst mal ein umfassendes Bild von der Situation zu machen und dort den Hebel anzusetzen, wo er Handlungsbedarf ausmacht. Etwa beim Bild, das sich die Aussenstehenden von der Chrischona machen. Er wolle, dass die Menschen darüber nachdenken würden, was Amriswil fehlen würde, wenn es die Chrischona nicht mehr gebe.

Ausserdem sieht Gernot Rettig viel Potenzial im sozialen Bereich. «Ich habe mich in Rostock stark sozial engagiert, für Kinder von Hartz-IV-Empfängern», sagt er. Das Soziale sei etwas, wozu die Christen berufen seien.

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