AMRISWIL: Unehrenhaftes vom Nachtwächter

Die Bischofszeller Nachtwächter Bernhard Bischof und Pius Hofstetter sind für einmal am Nachmittag tätig. Im Bohlenständerhaus erzählen sie von ihrem Beruf.

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«Hört ihr Leut’ und lasst euch sagen, unsere Uhr hat neun geschlagen», spricht Bernhard Bischof, Zunftmeister der Bischofszeller Nachtwächter, wenn er jeweils aus dem Nachtwächterraum des Turmes tritt. So begrüsst er jeweils die auf ihn wartende Gruppe, welche ihn die nächste Stunde begleiten wird. Der Rundgang führt durch die Gassen des mittelalterlichen Ortes. Im Gegensatz zu früher sind die Strassen heute hell beleuchtet. Damals waren es ganze drei Lichter.

Diesen Sonntag um 15.30 Uhr kann man die beiden Nachtwächter Bernhard Bischof und Pius Hofstetter im Bohlenständerhaus antreffen. Sie schildern den heutigen Alltag, gehen dabei zurück in die Vergangenheit und bringen den Besuchern des Bohlenständerhauses ihren alten Beruf näher.

Die Hauptaufgabe der Nachtwächter war es, Brände frühzeitig zu erkennen oder zu verhindern. Ausgerüstet mit Laterne, Feuerhorn und Hellebarde, sorgten sie für Ruhe. Auf ihren Runden durch die Wirtshäuser erinnerten sie die Bischofszeller daran, dass es Zeit ist, ins Bett zu gehen.

Die an die Nachtwächter gestellten Anforderungen können heute längst nicht mehr erfüllt werden. So begleitet die Gruppe die Nachtwächter auf ihrem Rundgang durch die engen Gassen der Altstadt an wichtigen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten vorbei. Dabei wissen die Nachtwächter stets interessante Geschichten zu erzählen, berichten über die Zeit Napoleons, erwähnen Ehrenhaftes, lassen die Zuhörer aber auch über manch Unehrenhaftes schmunzeln. So gelingt es der Nachtwächtergruppe, die moderne Stadt Bischofszell mit der Vergangenheit in Verbindung zu bringen.

Es gibt sogar einen Nachtwächterkäse, der in der Käserei Blidegg hergestellt wird. Im Kuhstallkaffee des Bohlenständerhauses können die Besucher des Museumssonntags den Käse kosten. Dazu gibt es Getränke und Selbstgebackenes. (red)