Amriswil und die Bäume

In Amriswil wachsen die Bäume nur selten in den Himmel. Viele der prächtigsten Exemplare mussten weichen, weil sie einem Neubauprojekt im Wege standen oder eine andere städtebauliche Überlegung höher gewichtet wird.

Rita Kohn
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In Amriswil wachsen die Bäume nur selten in den Himmel. Viele der prächtigsten Exemplare mussten weichen, weil sie einem Neubauprojekt im Wege standen oder eine andere städtebauliche Überlegung höher gewichtet wird. Auch 2015 wird gefällt: Ein geschützter Baumbestand an der Säntisstrasse verschwindet, weil da bald gebaut werden soll. Und beim Park am Eisweiher kommen Baumäste einem geplanten Neubau zu nahe, was den Baum das Leben kostet.

«Wir ketten uns an die Buche, wenn da die Kettensägen auffahren», drohen daraufhin einige Anwohnerinnen des Parks. Sie trauen den Beteuerungen der Stadt nicht, dass nur ein paar Äste ausgesägt werden sollen, um der Buche ein weiterhin gesundes Wachstum zu ermöglichen.

Die Buche steht noch, anketten musste sich niemand. Ja, mittlerweile sind sogar neue Bäume hinzugekommen, die irgendwann einmal auch zu imposanter Grösse heranwachsen sollen. Im Pärkli steht seit einigen Monaten sogar wieder ein richtiger Nussbaum. Der Stadt ist es ernst damit, die schützenswerten Bäume zu erhalten oder zu ersetzen. Sagt sie. Noch nicht ersetzt worden ist im übrigen die markante und geschützte Blauzeder an der Weinfelderstrasse, deren Verlust die Baumfreunde heute noch schmerzt.

Dass es auch anders geht, hat die Bauherrschaft des Quellenhofs bewiesen. Die über 100 Jahre alte Blutbuche, die auf dem Areal steht, das nun überbaut wird, bleibt erhalten. Die Liegenschaften sind drumherum gruppiert, die Tiefgarage wurde gegenüber dem ursprünglichen Plan leicht verkleinert, damit das Wurzelwerk des Baums nichts geschädigt wird. Claudia und Stefan Risi sehen den markanten Baum als Schmuckstück ihrer neuen Überbauung.

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