AMRISWIL: Toma macht sich auf zur letzten Fahrt

Das Taxi of Modern Art wird sich an der Kulturnacht in Radolfzell präsentieren. Es wird der Abschluss des mehrjährigen Kunstprojekts sein.

Rita Kohn
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AMRISWIL. Es prägte die letzten Jahre die Kulturprojekte der Stadt Amriswil: Das Taxi of Modern Art, kurz Toma, war ein augenfälliger Botschafter. Nun bricht seine letzte Zeit an. Mit dem Ausflug in die Partnerstadt Radolfzell, wo das Toma als Beitrag der Stadt Amriswil Teil der Kulturnacht sein wird.

Die Kulturbeauftragte von Radolfzell habe das Projekt Toma immer bewundert, sagt der Amriswiler Kulturbeauftragte Andreas Müller. «Sie hat uns wohl etwas um Toma beneidet.» Auch ihrem Team habe sie davon vorgeschwärmt. So war es nur eine kurze Überlegung, mit dem Toma zur Kulturnacht in die Partnerstadt zu fahren, sozusagen als Abschluss des Amriswiler Projektes.

Zum zweitenmal an der Kulturnacht dabei

Aus Amriswil wird am 2. Oktober eine grössere Delegation nach Radolfzell reisen. Die Kulturkommission wird das Toma begleiten. Einige von ihnen waren bereits im letzten Jahr zur Kulturnacht nach Radolfzell gereist. Stadträtin Madeleine Rickenbach kommt ins Schwärmen: «Das ist eine wunderschöne Veranstaltung. Sie hat ein ganz besonderes Ambiente.» Die an sich schon schmucke Altstadt wird zur Bühne für eine Vielzahl von Kunstobjekten und Kunstdarstellungen. Während des Abends sind die Strassen von Kerzen gesäumt, die dem Ganzen eine besondere Stimmung geben.

Für die Präsidentin der Kulturkommission ist es deshalb ein stimmiger Abschluss des Toma-Projekts, das markante gelbe Taxi in der Partnerstadt andocken zu lassen. «Es wird ganz im Stile des Andockens in Amriswil an die Bibliothek angedockt sein.» Das sei ein Gebäude, welches dem Stadthaus Amriswil in gewissen Dingen ähnlich sei. «Der Kreis schliesst sich also wieder.»

Dass das Taxi dafür die Staatsgrenze passieren muss, schreckt weder Andreas Müller noch Madeleine Rickenbach. Die Stadträtin sagt dazu, dass das gelbe Taxi auf der Strasse offiziell zugelassen sei und es so auch kein Problem sein sollte, nach Radolfzell zu kommen. Und Andreas Müller weist darauf hin, dass es nicht das erste Mal sei, dass Teile eins Kunstprojekts die Grenze überwinden müsse. «Wir wissen, was da zu tun ist», versichert der Kutlurbeauftragte.

Das gelbe Taxi wird zu kaufen sein

Was passiert nun, wenn Toma seinen letzten Einsatz geleistet hat? Andreas Müller zuckt mit den Schultern. «Es wird dann wohl zum Verkauf stehen», sagt er, macht sich aber keine Illusionen darüber, dass die Bewerber nicht gerade Schlange stehen werden. Notfalls wird das Fahrzeug dann zur Verschrottung gebracht.

Das Kulturprojekt hingegen, für das das Toma stand, wird in vielerlei Hinsicht in Amriswil weiterleben. «Es sind in den letzten fünf Jahren etliche Projekte in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung umgesetzt worden. So etwa der Poesie-Apparat, der an der Bahnhofstrasse stand. «Den Poesi-Apparat nehmen wir auch nach Radolfzell mit. Er wird dort in einer etwas abgewandelten Art zur Verfügung stehen, kündigt Andreas Müller an.