AMRISWIL: Streifen und Flecken mögen sich

Von einer speziellen Freundschaft handelt das Musical «Tuishi pamoja», welches die Primarschule Kirchstrasse und die Kindergärten Park und Egelmoos diesen Freitag im Pentorama aufführen.

Manuel Nagel
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Die Kopfbedeckungen für die Zebras und die Giraffen sind mittlerweile fertiggestellt. Selbst beim Basteln feilten die Schülerinnen und Schüler während kurzer Schaffenspausen an ihrem Liederrepertoire. Hier singen sie im Werkraum voller Inbrunst das «Giraffenlied». (Bilder: Manuel Nagel)

Die Kopfbedeckungen für die Zebras und die Giraffen sind mittlerweile fertiggestellt. Selbst beim Basteln feilten die Schülerinnen und Schüler während kurzer Schaffenspausen an ihrem Liederrepertoire. Hier singen sie im Werkraum voller Inbrunst das «Giraffenlied». (Bilder: Manuel Nagel)

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

«Ruhe!», ruft Rafael Iten – doch die eindringliche Bitte des Theaterpädagogen verhallt im leeren Pentorama. Nur auf der Bühne herrscht ein Gewusel und Getuschel. Es ist kurz vor halb drei Uhr am gestrigen Dienstagnachmittag, und die Konzentration der rund 200 Kinder lässt sicht- und hörbar nach. Vielleicht sind sie nicht nur aufgedreht, sondern auch aufgeregt, denn übermorgen Freitag ist es endlich so weit: Ihr Musicalprojekt «Tui­shi Pamoja» wird aufgeführt.

Zwei Tage bleiben noch, um allfällige Fehler zu korrigieren und an den Liedern zu feilen, denn vor den Eltern, Verwandten und Freunden will sich niemand eine Blösse geben. Mit etwa 600 Angehörigen rechnet Susanne Bolli, die im Schulhaus Kirchstrasse als Schulische Heilpädagogin arbeitet, am Freitagabend. Doch für spontane Besucher sollte sich schon noch Platz finden.

Alle Kostüme selbst hergestellt

Vor genau zwei Wochen hatte Bolli mit ihren Schülern nicht ­gerechnet oder Texte gelesen. Sie stand mit Kollege Andreas Bopp, Klassenlehrer der 5. Klasse, im Werkraum, um Kopfbedeckungen für die Giraffen und Zebras herzustellen. Die beiden Tierarten spielen die Hauptrolle im Musical, in dem es um Freundschaft geht. Ebenfalls wichtig sind die Erdmännchen. Deren Kostüme werden im obersten Stock, im Zimmer von Monique Beccarelli gefertigt. Die Lehrerin für Textilarbeit und Werken hilft einem Schüler, den Bauch auf einen eingefärbten Maleroverall von Hand auf­zu­nähen, während daneben die Nähmaschinen rattern.

Sämtliche Kostüme haben die Schülerinnen und Schüler an acht Projektmorgen selbst hergestellt. Je 70 Giraffen und Zebras, dazu je 40 Löwen und Traumgeister sowie die neun Erdmännchen.

Zeichnen und Basteln im Lehrerzimmer

Doch nicht nur Bühnenrequisiten wurden produziert, sondern auch zum Musical passende Gegenstände wie Buchzeichen, Schlüsselanhänger oder bemalte Bilderrahmen mit Tierzeichnungen, die am Freitag verkauft werden. Da sämtliche anderen Zimmer anderweitig belegt waren, wurde die Produktion auch ins Lehrerzimmer verlagert. Dort arbeiten, wo sonst nur die Lehrer sind, das hat den Erstklässlern von Sarah Maasl ganz besonders Eindruck gemacht.

Heute Mittwoch und morgen Donnerstag wird nochmals intensiv geprobt, denn am Freitagmorgen um zehn Uhr findet bereits die erste Vorstellung statt. Es ist quasi die Generalprobe für den Abend, wenn Hunderte Eltern, Gotten und Götti voller Stolz und mit gezückten Kameras Ausschau nach ihrem Kind halten.

Öffentliche Vorstellungen

Freitag, 5. Mai, 10.00, Pentorama

Freitag, 5. Mai, 19.00, Pentorama