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AMRISWIL: Sterne gibt?s nur in der Suppe

Die diesjährige Wandernacht des Verkehrsvereins führt die Teilnehmer nach Sommeri.
Trudi Krieg
Museumsmacher Eugen Fahrni mit dem Nachwuchs Aline Popp, Janis Brauchli und Ramon Pelladoni. (Bild: Markus Schildknecht)

Museumsmacher Eugen Fahrni mit dem Nachwuchs Aline Popp, Janis Brauchli und Ramon Pelladoni. (Bild: Markus Schildknecht)

Der Treffpunkt für die Amriswiler Wandernacht tönt nach Bergsteigen. Wo ist die Kronbergstrasse und wo ist die Stäheli- Hütte? Ganz einfach, Richtung Sommeri, beim Huber vorbei, dann kleine Strasse links abbiegen, wieder links, zwischen den Holzbeigen hindurch und schon steht man vor der Stäheli-Hütte, wo sich ein Trupp Wanderlustige versammelt hat: «Die erste Gruppe ist schon losmarschiert, die waren nicht mehr zu halten», sagt Verkehrsvereinspräsidentin Madeleine Rickenbach.

Kinder können unter der Obhut der Cevi bei der Hütte bleiben, aber viele wollen gerne mitwandern. Los geht es unter der Leitung von Barbara Langenegger, vorbei an rasenmähenden Hausbewohnern und heuenden Bauern, die nur fröhlich winken, aber nicht mitkommen wollen. Andere aus dem Quartier sind dabei, wenn schon hier etwas organisiert werde. Viele kennen die Gegend querfeldein durch Hefenhofen vom Velofahren oder Joggen. Zwei Familien sind aus Homburg angereist, weil sie in der Zeitung von der Wanderung gelesen haben und gerne einmal in einer andern Gegend des Thurgaus wandern wollten. Von wegen Mostindien! Der Feldweg führt durch viele grosse, üppige Ackerfelder mit Gerste, Weizen, Raps, Mais und Ackerbohnen, Wiesen- und Waldrändern, und natürlich hat es zwischendurch auch Obstbäume. Beim Haus «Zum Rote Öpfel» gibt es zu ­trinken und knackige rote Äpfel. Auch der mitwandernde Hund hat Durst. Er habe gut Schritt halten können, versichert seine Herrin. Es sei eher so gewesen, dass der Hund sie habe ziehen müssen.

Gasthaus, Färberei und Käserei

Anneliese Ammann vom Ortsmuseum weiss viel Spannendes aus der Geschichte des markanten, denkmalgeschützten Hauses und seiner Bewohner zu erzählen. Einst haben auch eine Färberei und eine Käserei zum Wirtshaus gehört.

Weiter geht es an Feldern mit Gemüse und Salaten vorbei, die sich wie schön farblich und geometrisch abgestimmte Teppiche auf dem Land ausbreiten.

Dann gibt es doch noch eine abenteuerliche Gipfelbesteigung bei der paritätischen Kirche Sommeri: «Wer sich das nicht zutraut, muss nicht hinauf», warnt Hans Roos, ehemaliger Kirchenpfleger, vor der Kirchturmbesteigung in kleinen Gruppen. Die Holztreppen sind steil und abgetreten, nach jedem Zwischenboden werden sie noch steiler. Kopf einziehen, heisst es, und unter der Glocke durchkriechen. Wenn man den Hals genug verrenken kann, schafft man es, zwischen den Balken hindurch durch das Fenster einen Schnappschuss von Amriswil von oben zu machen. Ohren zuhalten, die Glocke schlägt gleich halb! Und dann wieder hinunter, vorsichtig rückwärts. Die Kirchgemeinde habe keine Versicherung für herunter purzelnde Turmbesteiger.

Noch eine letzte Wanderung durch Feldwege, dann steigt der Bratwurstduft von der Stäheli-Hütte in die Nase. Sterne und Mond kommen doch noch zum Vorschein – in der Bouillion. Othmar Stark hat die Himmelskörper aus Omelettenteig ausgestochen, und seine Frau Christine verteilt diese in der kräftigenden Gemüsebouillon, alles selbst gemacht.

Trudi Krieg

amriswil@thurgauerzeitung.ch

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