AMRISWIL: Stadt rechnet mit roten Zahlen

Obwohl die Rechnung 2017 wesentlich besser ausfallen wird als budgetiert, geht der Stadtrat für das kommende Jahr von einem deutlichen Aufwandüberschuss aus. Der Steuerfuss soll aber erst 2019 steigen.

Rita Kohn
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Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Es wiederholt sich: Das Budget der Stadt rechnet mit einem deutlichen Rückschlag, die Rechnung schliesst dann bedeutend besser ab. Das gilt auch für das Rechnungsjahr 2017. An der Pressekonferenz zum Budget 2018 der Stadt Amriswil stellen Stadt­präsident Martin Salvisberg und Finanzverwalter Thomas Grimm für 2017 eine schwarze Null in Aussicht. 821 000 Franken De­fizit waren budgetiert worden. Die Luft werde aber immer ­dünner, betont Thomas Grimm. Im Budget 2018 gebe es noch ­weniger Reserve als schon 2017. «Die Abteilungen mussten sehr eng kalkulieren.» Das Resultat ist ein Voranschlag, der mit einem Minus von knapp 632 000 Franken rechnet. Ein verkraftbarer Betrag angesichts des besseren Ergebnisses 2017.

Allerdings stellt der Stadt­präsident für das Jahr 2019 eine Steuerfusserhöhung in Aussicht. Es sei immer schwierig, den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen, um den Steuerfuss anzupassen, sagt er. Aber aufgrund der zu ­erwartenden Investitionen in den nächsten Jahren müsse von einem steigenden Finanzbedarf ausgegangen werden, der mit dem derzeitigen Steuerfuss nicht mehr gedeckt werden kann.

Thomas Grimm präzisiert, dass es zwar noch immer möglich ist, einen älteren, etwas teureren Kredit zu günstigeren Kondi­tionen neu zu verschulden und damit weiterhin von tiefen Zinszahlungen zu profitieren, doch fällt die Neuverschuldung durch Vorhaben wie den Sporthallenbau oder den Stadthauserweiterungsbau zunehmend ins Gewicht.

Auch im Bereich der Gesundheit muss mit steigenden Kosten gerechnet werden. Die Themenbereiche Langzeitpflege und «Spitex» belasten die Rechnung immer stärker. Alleine bei der Langzeitpflege ist die Kosten­beteiligung innerhalb Jahresfrist um rund 60 000 Franken gestiegen. Noch deutlicher steigen die Kosten bei der Spitex. Musste 2017 mit 52 Franken pro Einwohner gerechnet werden, sind es 2018 63 Franken, was für die Stadt Mehrkosten von rund 175 000 Franken zur Folge hat.

Positiv wirkt sich die Zunahme bei den Steuererträgen aus. Der Be­völkerungszuwachs hat der Stadt zusätzliche Steuereinnahmen gebracht, die unter anderem 2017 dazu führen, dass die Rechnung ausgeglichen ausfällt. So kann ein Teil der zusätzlichen Aufwendungen wieder kompensiert werden. Allerdings führt das steigende Pro-Kopf-Einkommen dazu, dass der Finanzausgleich vom Kanton sinkt.

Positiv sieht es für das kommenden Jahr beim Alters- und Pflegezentrum Amriswil sowie bei den Alterswohnungen aus. Hier führt die starke Nachfrage zu einer guten Auslastung und damit auch zu einer finanziell ­stabilen Ertragslage.

Das Budget und der Steuerfuss kommen an der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember im Pentorama zur Abstimmung.