AMRISWIL: Spitex arbeitet zu gut – Kosten explodieren

Die steigenden Kosten im Gesundheitswesen geben Anlass zur Sorge. Dazu führt die SVP-Ortspartei ein Podium durch. Auch Regierungsrat Jakob Stark nimmt teil.

Manuel Nagel
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SVP-Stadtrat Erwin Tanner wird am Samstagvormittag das Podium im Alters- und Pflegezentrum Amriswil moderieren. (Bild: Manuel Nagel)

SVP-Stadtrat Erwin Tanner wird am Samstagvormittag das Podium im Alters- und Pflegezentrum Amriswil moderieren. (Bild: Manuel Nagel)

«Die Kosten im Gesundheitswesen explodieren und beschäftigen Gemeinden und Kanton», sagt Erwin Tanner. Der Stadtrat weiss, wovon er spricht. Innerhalb der letzten 15 Jahre seien die Aufwendungen der Stadt Amriswil im Bereich Gesundheit von 140 000 auf beinahe 1,5 Millionen Franken angestiegen. Mehr als das Zehnfache. Tendenz stark ansteigend.

«Im Moment ist gerade eine Änderung des Krankenversicherungsgesetzes in der Vernehmlassung», sagt Tanner. «Bis zum 16. Dezember können sich die Gemeinden dazu äussern.» Das gäbe für die Gemeinden eine Teilentlastung, da Gelder wieder vom Kanton in die Gemeinden zurückfliessen würden.

Aktuell bezahlt der Kanton, wenn Patienten in Spitalpflege sind. Können diese jedoch aus dem Spital entlassen werden und zu Hause von der Spitex betreut werden, muss die Gemeinde bezahlen. Und weil Amriswil über eine ausgezeichnete Spitex verfügt, bleiben an der Stadt viel mehr Kosten hängen, als wenn die Pflege daheim schlecht arbeiten würde. Diese Absurdität prangerte auch schon Amriswils Finanzverwalter Thomas Grimm an. Es könne nicht sein, dass die Stadt für ihre gute Spitex quasi bestraft werde. Da müsse der Kanton über die Bücher. Das tat dieser mit der bereits erwähnten Gesetzesänderung, die am kommenden Samstagvormittag Thema sein wird.

Um 10 Uhr vormittags lädt die SVP-Ortspartei zu ihrem Politstamm, der diesmal hochkarätiger sein wird als sonst üblich. Erwin Tanner, der das Podium auch moderieren wird, darf im Saal des Alters- und Pflegezentrums vier Gäste aus dem Gesundheitswesen begrüssen.

Hochkarätige Diskussionsrunde

APZ-Leiter Dominique Nobel, zugleich auch Präsident von Curaviva Thurgau, hat ein Heimspiel. Mit dabei sind auch Kurt Baumann, Präsident des Verbandes Thurgauer Gemeinden, Christoph Tobler, Präsident des kantonalen Spitex-Verbandes, sowie Regierungsrat Jakob Stark.

«Jakob Stark bekommt natürlich eine Plattform, um darzulegen, was diese Gesetzesänderung denn beinhaltet», verrät Erwin Tanner. Und er wolle auch vom Regierungsrat wissen, welche Vorteile den Gemeinden dadurch entstünden. Tanner rechnet, dass die Stadt Amriswil einen grossen Teil der 750 000 Franken, die sie für die Spitex aufwendet, wieder zurückbekäme.

Stark trage als Vorsteher des Departementes Finanzen und Soziales zwei Hüte in dieser Angelegenheit. Einerseits müsse Stark sparen, sagt Tanner, andererseits schauen, dass das Gesundheitswesen nicht einbreche.

Er werde auch Themen wie die «Zweiklassengesellschaft in der Langzeitpflege» zur Sprache bringen, kündigt Tanner an. Der Bedarf an Pflegeplätzen werde zunehmen. «Nicht alle werden sich in Zukunft ein Einzelzimmer leisten können», schätzt Tanner.

Podiumsdiskussion zum Thema «Kostenentwicklung im Gesundheitswesen», Samstag, 3. Dezember, 10 Uhr, Alters- und Pflegezentrum (APZ), Heimstrasse 15, Amriswil