AMRISWIL: Spät, aber gut

Vom Freitag, 10., bis Sonntag, 12. März, ist die Stadt fest in närrischer Hand – nach fast allen anderen Fasnachten im Kanton. Das sei aber kein Nachteil, findet die Narrengesellschaft muggäfurz.

Manuel Nagel
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Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

«Im Thurgau dürfen wir das», sagt Obernarr André Schlatter. In anderen Kantonen – namentlich die katholischen Nachbarn – wäre es wohl Frevel, wenn nach dem gestrigen Aschermittwoch noch Fasnacht begangen würde. Nicht aber hier, «dem einzigen Kanton, in welchem von Anfang Januar bis Ende März Fasnacht ist», meint Schlatter.

Die Amriswiler Fasnacht ist dabei eine der spätesten – was ­jedoch nicht von Nachteil sein muss, wie auch Vize-Obernärrin Marlen Weidmann findet. 2007 war es, als die Amriswiler Narrengesellschaft muggäfurz entschied, den Termin an der «katholischen Fasnacht» nach hinten zu verschieben, um so der kantonalen Konkurrenz aus dem Weg zu gehen, die auch an diesem Wochenende zahlreich ist.

Beizefasnacht am Freitag schon ausgebucht

Es hat sich gelohnt, denn die Amriswiler Fasnacht erfreut sich weitherum ­grosser Beliebtheit. Dabei mussten auch einige alte Zöpfe abgeschnitten werden. Die Beizefasnacht löste den Muggäball als Veranstaltung für die älteren Fasnächtler ab. Das habe auch weh getan, erinnert sich André Schlatter, der sich lange gewehrt hatte, schliesslich jedoch die Zeichen der Zeit erkannt hatte.

Heuer ist die Beizefasnacht im «Pfauen», im «Renner», in der «Harmonie» und der «Sport- Beiz» wieder bis auf den letzten Stuhl ausgebucht. Der Erfolg schafft auch (Platz-)Probleme, welche die mufu zu lösen versucht. Doch es sei nicht so einfach, vom organisatorischen Ablauf mit den zwischen den Beizen zirkulierenden Schnitzelbänken und Guggen weitere Lokale einzubinden, sagt Schlatter, der als Stächmugge auftreten wird.

Platz genug hat’s jedoch am Samstag im Pentorama an der Narreparty, an der acht Guggen auftreten und eine Partyband spielt. Zudem werden die jeweils drei schönsten Kostümierungen in den Kategorien Gruppe, Duo und Solo prämiert. Wer bis 21.30 Uhr maskiert auftauche, dem werde der Eintritt von zehn Franken erlassen, betont Marlen Weidmann, und André Schlatter sagt: «Wir finden, Fasnacht soll auch für die Jungen sein», weshalb Jugendliche bereits ab 16 Jahren zugelassen sein werden.

Gewinnausschüttung für Umzugsteilnehmer

Für die noch Jüngeren geht’s schon am Freitagnachmittag rund. Sämtliche Primarschulkinder der VSG Amriswil-Hefenhofen-Sommeri haben am Freitagnachmittag frei, damit sie den Kindermaskenball von 13.30 bis 17 Uhr besuchen können. Für Obernarr Schlatter ist es das Grösste, wenn so viele verkleidete Kinder im Pentorama rumwuseln und er ihnen bei der Konfettischlacht zusieht. Für die etwas Älteren gebe es dieses Jahr eine sportliche Überraschung, verspricht Marlen Weidmann. Und beim Eintritt sei für fünf Franken auch ein Getränk und eine Überraschung für jedes Kind dabei.

Finanziert wird dies unter ­anderem durch den Plakettenverkauf am grossen Fasnachtsumzug mit über 1000 Mitwirkenden, der am Sonntag um 13.30 Uhr startet. Vielen sei nicht ­bewusst, dass die mufu die nichtkommerziellen Umzugsteilnehmer am Gewinn beteiligt. 40 Prozent der Einnahmen fliessen somit auch an Schulklassen zurück, die ihre Klassenkasse aufbessern können, sagt Schlatter.

Mit dem Kauf der Umzugsplakette unterstützt man aber nicht nur die Kinder, man hat auch freien Eintritt für die Uusguggete ab 15 Uhr im Pentorama, die traditionell den Abschluss der Amriswiler Fasnacht bildet.

www.mufu.ch