Amriswil sitzt auf Energie

AMRISWIL. Bei einem Referat zeigte sich Geothermie-Fachmann Roland Wyss erstaunt, dass die Erdwärme im Raum Amriswil nicht verstärkt genutzt wird. Die Verhältnisse wären ideal, meint er.

Rita Kohn
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Roland Wyss, Fachmann für Geothermie, referierte an der Awa. (Bild: Rita Kohn)

Roland Wyss, Fachmann für Geothermie, referierte an der Awa. (Bild: Rita Kohn)

AMRISWIL. «Ich bin erstaunt, dass es in Amriswil nur so wenig Erdwärmesonden gibt, obwohl der Untergrund gerade ideal dazu ist», sagte der Geothermie-Fachmann Roland Wyss im Rahmen seines Referats an der Awa. Zum Vortrag eingeladen hatten die Technischen Betriebe Amriswil, die an ihrem Awa-Stand das Thema Geothermie thematisieren.

Die Erde sei eine heisse Angelegenheit, sagte Wyss und schmunzelte. «Wir sitzen auf einem riesigen Wärmespeicher.» Diesen Speicher wolle nun das EKT anzapfen. Momentan sehe es so aus, als ob der Raum Oberthurgau ideal für eine Hydrothermale Geothermie sei. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das aus natürlich vorkommendem heissen Wasser in der Erdschicht Energie gewinnt.

Energie gehört dem Kanton

Nach dem Referat, bei dem Wyss aufzeigte, weshalb sich gerade der Oberthurgau für ein Geothermie-Projekt eigne, wollte Stadtammann Martin Salvisberg wissen, wem denn rechtlich gesehen die Energie aus der Erde gehöre. Laut Roland Wyss hat der Kanton ein Regal auf das Erdreich unter dem Kantonsgebiet. So auch auf die daraus gewonnene Erdwärme. Für die via Erdsonde bezogene Heizenergie müsse aber keine Gebühr bezahlt werden.

Wyss ist zuversichtlich, dass die Nutzung von Geothermie im Raum Oberthurgau Zukunft hat. «Im Thurgau gibt es dafür gute Rahmenbedingungen.»

Plädoyer fürs Passivhaus

Architekt Pierre Honegger hielt in einem weiteren Referat ein Plädoyer für das Passivhaus. Anhand von Beispielen zeigte er dem Publikum auf, wie es um die Energiebilanz steht. Auch machte er deutlich, dass sich ein Passivhaus finanziell rechnet. Dank Förderungen im Kanton Thurgau könnten die durch zusätzliche Materialkosten bei der Isolation entstehenden Mehrkosten weitgehend gedeckt werden. Er bedauerte, dass sich noch viele Architekten mit dem Thema Passivhaus schwer tun würden.

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