AMRISWIL: Sie sind wichtige Stützen

Die Feuerwehr kann auch auf einige Frauen im Korps bauen. Weitere Feuerwehrfrauen sind jedoch sehr willkommen. Bisher kann der Bestand durch Nachwuchskräfte gehalten werden.
Rita Kohn
Etliche Frauen leisten im Bereich «Sanität» Dienst. (Bild: Feuerwehr Amriswil)

Etliche Frauen leisten im Bereich «Sanität» Dienst. (Bild: Feuerwehr Amriswil)

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Die Frauen sind vollkommen integriert. Davon ist Andreas Bösch, Kommandant der Feuerwehr Amriswil überzeugt. Das war nicht immer so: Als den Frauen der Weg in die Feuerwehr frei war, gab es viele Bedenken und Vorurteile. «Die haben sich aber als haltlos erwiesen», betont Bösch. Auch Stabszugkommandant Markus Schneider macht gute Erfahrungen mit den Frauen. Die meisten von den Amriswiler Feuerwehrfrauen sind ihm unterstellt und leisten ihren Einsatz unter anderem im Verkehrsdienst oder bei der Sanität.

Es habe viele Veränderungen gegeben in den letzten Jahren, ist Markus Schneider überzeugt. Das betreffe nicht nur die Integration der Frauen in die Mannschaft. «Heute gibt es keinen Unterschied mehr, ob eine Frau oder ein Mann Dienst leistet.» Noch bis vor kurzem gab es immer wieder Diskussionen darüber, ob es haltbar sei, dass die Frauen sich zusammen mit den Männern hinter den Feuerwehrfahrzeugen umziehen würden. «Seltsamerweise gab es mehr Bedenken bei den Männern als bei den Frauen», sagen Andreas Bösch und Markus Schneider übereinstimmend. Mit dem Bau des neuen Feuerwehrzentrums ist das aber jetzt kein Thema mehr. Es stehen genügend Räume und Sanitäranlagen zur Verfügung.

Sie sorgen für Ruhe und Entlastung

Andreas Bösch ist froh um die Frauen, die oft Dienst im Hintergrund leisten und damit eine wichtige Stütze im Ablauf sind. «Sie übernehmen beispielsweise den Funk, wenn es bei jemandem sehr hektisch ist, oder führen Protokolle, was mich enorm entlastet und uns einen Überblick garantiert.

Aber das heisse nicht, dass eine Frau nicht auch Dienst an der Front leisten könne. «Wir müssen uns nur vor Augen führen, dass wir die Kräfte richtig einsetzen», sagt Andreas Bösch. «Eine Atemschutzausrüstung wiegt rund 18 Kilo. Wenn dann noch Material von etwa 15 Kilo mitgenommen werden muss, ist das für eine zierliche Frau eine ganz andere Sache, als für einen etwas kräftigeren Mann.» Generell würde man bei den Einsätzen auf die persönlichen Ressourcen Rücksicht nehmen.

Viele arbeiten nicht mehr vor Ort

Noch gibt es bei der Feuerwehr Amriswil keine Nachwuchsprobleme. Die Abgänge können derzeit noch durch Nachwuchskräfte ersetzt werden. Allerdings zeigt sich zunehmend ein Problem bei Einsätzen am Tag. «Viele arbeiten nicht mehr vor Ort», sagt Andreas Bösch. Auch Markus Schneider kennt das Problem, denn gerade der ihm unterstellte Verkehrsdienst und die Sanität sind auch öfters mal tagsüber gefragt, wenn nach einem Unfall Hilfe geleistet werden muss.

Deshalb seien sie sehr froh, wenn sich auch Leute für die Feuerwehr melden würden, die tagsüber in Amriswil sind. Gerade hier seien auch Frauen angesprochen, deren Kinder zur Schule gehen und die deshalb etwas mehr Freiraum hätten. «Wir können Interessierten eine gute Ausbildung bieten», sagt Markus Schneider.

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