AMRISWIL: Sammelfieber bei den Tschüttelern

Der Traum eines jeden fussballbegeisterten Jungen oder Mädchen ist es, selbst in einem Panini-Album zu erscheinen. Für die Mitglieder des FC Amriswil ist das nun Realität. Möglich gemacht hat dies ein Grossverteiler.

Manuel Nagel
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David Hungerbühler, Präsident des FC Amriswil, sammelt ebenfalls Bildli. (Bild: Manuel Nagel)

David Hungerbühler, Präsident des FC Amriswil, sammelt ebenfalls Bildli. (Bild: Manuel Nagel)

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

Fussballfans kennen dieses Kribbeln. Man öffnet ein Päckli mit Fussballbildern und macht einen Luftsprung, wenn Messi oder Ronaldo drinsteckt. Dieses Glücksgefühl kann nur noch gesteigert werden, wenn man sein eigenes Tschuttibildli vorfindet.

Alle Amriswiler Nachwuchskicker haben seit einem Monat genau diese Chance. Möglich macht das eine Aktion von Spar, die letzten Herbst in sechs Filialen in der Schweiz anlief. In jeder dieser Filialen gab es pro zehn Franken Einkauf ein Päckli mit vier Bildern. Aber nicht mit weltbekannten Fussballstars, sondern mit Sportlern aus dem jeweiligen Ort. Dieses Frühjahr kamen weitere zehn Filialen hinzu. Im Thurgau sind dies Arbon mit den Mitgliedern des Fussballclubs und den Unihockeyanern der Barracudas sowie den Fussballern des FC Amriswil.

FCA-Präsident David Hungerbühler erinnert sich, wie er zu Beginn des Jahres vom Grossverteiler kontaktiert wurde. Er unterbreitete den Vorschlag dem Vorstand – und dieser war vom Projekt begeistert. In der Folge wurden die Fotos von einem professionellen Fotografen an drei verschiedenen Daten geschossen. «Damit möglichst alle Spieler die Möglichkeit hatten, ihr eigenes Stickerbild zu bekommen», sagt Hungerbühler. Dazu musste der FCA Archivbilder liefern und Richard Nauer verfasste einen historischen Abriss des 1910 gegründeten Vereins.

Bis zum 8. Juli können Bilder gesammelt werden

Für Marlies Bartholdi, Leiterin der Filiale Amriswil, gab es ebenfalls Mehraufwand. Sie akquirierte Sponsoren für das Album und musste schon vor dem offiziellen Start am 1. Mai zahlreiche Kinder vertrösten, die beinahe täglich im Laden vorbeischauten und fragten, wann denn endlich die Fussballbildli verteilt würden.

Doch für Spar lohnt sich die Aktion. «Wir haben viele neue Kunden, die ihre Einkäufe nun bei uns tätigen», sagt Bartholdi. Sie hofft, man könne die Kunden auch über die Aktion hinaus an sich binden. Bis zum 8. Juli können die Bilder gesammelt werden. Die Projektverantwortlichen hatten ausgerechnet, dass die Zeit reichen würde, um mit Wocheneinkäufen und Tanken auf die geforderte Anzahl Bilder zu kommen. Bei 514 Stickern wären das rund 130 Päckli, also ein Verkaufsvolumen von 1300 Franken in zehn Wochen.

Auch David Hungerbühler sammelt die Bilder und geht nun bewusst dort tanken. Für ihn ist es eine Win-win-Situation: Der Verein habe so professionelle Bilder bekommen, die Kinder hätten viel Freude an ihren Stickern, und die Aktion lasse den Fussballclub in einem sympathischen Licht erscheinen. Hungerbühlers erstes Panini-Album war die WM 1994 in den USA. Nun, 23 Jahre später, ist bei ihm erneut das Sammelfieber ausgebrochen.