AMRISWIL: Rundgang mit den Bauern

Der Verein Landschaftsqualität Oberthurgau lud am Mittwoch zu einer Gemeinde-Informationsveranstaltung ein. Auf einem Rundgang wurde gezeigt, wie eine vielfältige Kulturlandschaft erhalten und attraktiv gefördert werden kann.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Markus Oettli aus Amriswil steht in seiner Wiese, die von ihm extensiv bewirtschaftet wird. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Markus Oettli aus Amriswil steht in seiner Wiese, die von ihm extensiv bewirtschaftet wird. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

AMRISWIL. «Die Landschaft beeinflusst das Wohlbefinden der Bevölkerung», sagt der Stadtrat Stefan Koster. Sie diene als landwirtschaftliche Nutzfläche, biete aber auch Erholung und stelle zudem den Lebensraum für Flora und Fauna dar. Während früher vor allem die Erträge in der Landwirtschaft im Vordergrund standen, nimmt heute die Ökologie eine wichtige Rolle ein.

Rund 20 Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden, die dem Perimeter des Landschaftsqualitätsprojektes Oberthurgau angehören, treffen sich an diesem Vormittag. Der Verein Landschaftsqualität Oberthurgau hat zur dreistündigen Informationsveranstaltung eingeladen.

Kulturlandschaft erhalten

Aufgrund der Neuausrichtung der Agrarpolitik des Bundes sind im Thurgau vier Landschaftsqualitätsprojekte «LQP» – Unterthurgau-Seerücken, Hinterthurgau-Immenberg, Mittelthurgau und Oberthurgau – entstanden.

Ziel dieser Projekte ist es, die vielfältige Kulturlandschaft zu erhalten, attraktiv zu fördern und entsprechende Synergien zu nutzen. Die Leistungen zugunsten der Landschaft werden vom Bund mit Landschaftsqualitätsbeiträgen entgeltet. Rund 60 Prozent der Thurgauer Landwirte beteiligen sich an diesem freiwilligen Projekt. Die Erstprojektdauer läuft von 2015 bis 2022. Sofern die im Projektbericht verfasste Zielsetzung erreicht wird, kann das Projekt auch nach 2022 weitergeführt werden.

Kompetente Referenten

Zu den Referenten gehören an diesem Tag Luzi Tanner (Präsident LQ Oberthurgau), Peter Schweizer (Geschäftsführer LQ Thurgau), Stefan Koster (Stadtrat Amriswil), Markus Oettli und Urs Schär (Vorstandsmitglieder LQ Oberthurgau), Hugo Fisch (Geschäftsführer der Landi Aachtal und Ramseier Aachtal AG), Raimund Hipp (Amt für Raumentwicklung) und Stephan Tobler (Gemeindepräsident Egnach). Von ihnen erfahren die Teilnehmer auf ihrem Rundgang viel Wissenswertes über kulturlandschaftliche Aufwertungsprojekte und deren Erhaltung.

Im Zentrum der Führung stehen spezielle Baumalleen, ökologisch wertvolle Wiesen, landschaftsprägende Hochstämme und die Bedeutung der Hochäcker. Baumreihen und Alleen aus einheimischen Laubbäumen beleben und strukturieren das Landschaftsbild. Zudem seien sie ideale Abgrenzungen zum Siedlungsgebiet, erklärt Koster.

76 000 Tonnen Mostobst

Extensive, nährstoffarme Wiesen, von denen jeder Betrieb mindestens sieben Prozent bewirtschaften muss, dienen als ökologische Ausgleichsflächen. Diese dürfen erst ab dem 15. Juni gemäht werden. «Solche Wiesen beherbergen eine Vielzahl heimischer Tier- und Pflanzenarten», erzählt Markus Oettli.

Hochstammbäume sind die prägendsten Elemente des Oberthurgaus und bereichern unser Landschaftsbild. «Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz rund 76 000 Tonnen Mostobst geerntet, etwa 65 000 Tonnen Mostäpfel und 11 000 Tonnen Mostbirnen», weiss Hugo Fisch.

Hochäcker gehen auf eine jahrhundertealte Ackerwirtschaft zurück. Einst hatten diese eine Drainagefunktion. Im Oberthurgau sind Hochäcker weit verbreitet. Oftmals liegen diese unter Hochstammobstgärten.

www.landschaftsqualitaet-tg.ch

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