AMRISWIL: Rhythmisch und taktvoll

Zum traditionellen Jahreskonzert lud der Amriswiler Posaunenchor in die evangelische Kirche ein. Während zweier Stunden zog die Band ihre Zuschauer mit Musikstücken verschiedener Stilrichtungen in den Bann.

Sara Carracedo
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Markus Gurtner spielt auf seinem Euphonium «The Swan», Micael Dikantsa dirigiert derweil die Brass Band Posaunenchor. (Bild: Sara Carracedo)

Markus Gurtner spielt auf seinem Euphonium «The Swan», Micael Dikantsa dirigiert derweil die Brass Band Posaunenchor. (Bild: Sara Carracedo)

Sara Carracedo

amriswil@thurgauerzeitung.ch

Während das Glockengeläut kurz vor 20 Uhr die Anwesenden taktvoll auf die kommenden zwei Stunden einstimmt, suchen die letzten Besucher in den hintersten Bänken nach einem freien Platz. Als das Schlagen der Glocken verstummt, ist es mucksmäuschenstill in der evangelischen Kirche, und die Blicke der Musikbegeisterten sind auf die leere Bühne gerichtet. Alle warten sie gespannt auf den Auftritt der Brass Band Posaunenchor Amriswil – bis plötzlich die 27AABB22Mitglieder samt Dirigent von hinten in Zweierreihe durch die Bänke hervorkommen.

Mit der Ouverture «Nordic Fanfare and Hymn» des Komponisten Jakob de Haan, stellen die Musikantinnen und Musikanten gleich zu Beginn des Konzerts ihr Können unter Beweis. Nach der offiziellen Begrüssung folgte «Concerto d’Amore» desselben Komponisten. Es sei ein Stück, das einer Liebesbeziehung ­gleiche, schwärmt Moderatorin Dayana Bürgi, die durch das Programm führt: «Am Anfang startet die Komposition mit einem fulminanten Maestroso und einige Takte später in einem Allegro molto.» Mit viel Taktgefühl und noch mehr rhythmischen Bewegungen, dirigiert Micael Dikantsa seine Musiker durch die 13 Stücke. Von bekannter Filmmusik wie «Alone Yet Not Alone», ein Arrangement von Peter Graham, über ein wohlklingendes Solo ­Euphonium namens «The Swan» bis hin zum Partysong «Celebration», dem Pop Arrangement von Kool & the Gang, war so gut wie jede Musikrichtung vertreten.

Doch wer dachte, ein Konzert in Kirche sei stier, hat die Rechnung nicht mit der Brass Band Posaunenchor Amriswil gemacht. Die Band präsentierte nicht nur eine Auswahl breit gefächerter Musikstücke mit christlichem Charakter, sondern bot auch eine humorvolle Aufführung mit Denkanstössen. So wollte Markus Schindler, der sonst immer in der hintersten Reihe sitzt, auch endlich einmal mit seinem Es-Horn ein Solo spielen und verteilte kurzerhand die Noten zu seinem Stück «Solo Secondo» von William Himes.

Zwischen zwei Stücken sorgte Silvia Boxler mit ihrem geistlichen Input über «Fehler sind Helfer» für Aufmerksamkeit, während Dayana Bürgi vor jedem Lied interessante Fakten zu den Stücken und dem jeweiligen Komponisten wiedergab.