Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

AMRISWIL: Retter der Frösche

Bald sind sie wieder unterwegs – vom Tintenbach zum Ziegeleiweiher und zurück. Frösche sind nicht nur gefährdet, sie können auch Gefahr sein. Die Stadt handelt deshalb.
Manuel Nagel
Stadtrat Claudio Zaffonato (Bildmitte) bat Andi Gmünder (Werkhof Sulgen), Marion Gessner (Tierschutz Kreuzlingen), Rolf Mettler (Leiter Werkhof Amriswil) und Martin Schaller (Bauverwaltung Amriswil) für einen Austausch ins Stadthaus, um die nächsten Schritte zu planen. (Bild: Manuel Nagel)

Stadtrat Claudio Zaffonato (Bildmitte) bat Andi Gmünder (Werkhof Sulgen), Marion Gessner (Tierschutz Kreuzlingen), Rolf Mettler (Leiter Werkhof Amriswil) und Martin Schaller (Bauverwaltung Amriswil) für einen Austausch ins Stadthaus, um die nächsten Schritte zu planen. (Bild: Manuel Nagel)

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

«Sie sind nicht sehr intelligent», sagt Marion Gessner. Doch diejenigen, von denen sie nicht gerade schmeichelhaft spricht, liegen ihr sehr am Herzen. Die Tierschützerin ist eine Expertin in Sachen Froschrettung, weshalb Stadtrat Claudio Zaffonato (Ressort Umwelt) sie eingeladen hat, ihr Know-how einzubringen.

Vor einer Woche sassen die beiden mit Rolf Mettler, Leiter des Werkhofs und Martin Schaller von der Bauverwaltung zusammen. Der Oberaacher Andi Gmünder, für den Werkhof Sulgen tätig, war ebenfalls dabei, da er schon seit einigen Jahren für Marion Gessner Froschzäune stellt. Vom Erfahrungsschatz des Duos soll nun auch Amriswil profitieren. Eine grundsätzliche Frage, die sich den Verantwortlichen stellt, ist das System, wie die Frösche gerettet werden sollen.

Kübel oder nicht Kübel, das ist hier die Frage

«Ich würde im ersten Jahr nicht mit Kübeln arbeiten», sagt Gessner und rät von dieser Methode ab. Dabei werden entlang des Froschzauns Kessel oder Wannen in der Erde vergraben, in welche die Tiere hineinplumpsen und so eingesammelt werden können, um sie auf die andere Strassenseite zu transportieren. Die zweite Methode ist das Einsammeln der Amphibien – auch Kröten und Molche wollen gerettet werden – entlang des Zaunes von Hand.

Da die Frösche sich nur bei Einbruch der Dunkelheit auf den Weg machen, reicht es, wenn die Helfer am Abend ausrücken. Die Kübel hingegen müssen zwingend sowohl am Morgen wie auch am Abend geleert werden. Doch solange man in Amriswil nicht geklärt habe, auf wie viele Helfer man zurückgreifen könne, würde sie darauf verzichten.

In Amriswil liegt das Wanddergebiet der Frösche nördlich des Ziegeleiweihers. Die Fischenhölzlistrasse verläuft zwischen Weiher und Tintenbach, womit sie für viele Amphibien zur tödlichen Falle werden könnte. Doch nicht nur für die Tiere ist die Froschwanderung gefährlich, wie Marion Gessner aus ihrer Region weiss: «Es kommt immer wieder vor, dass ein Töff- oder Velofahrer verunfallt, weil er auf den Fröschen ausgerutscht ist.»

Anfang nächster Woche werden deshalb Rolf Mettler und sein Team vom Werkhof mit dem Stellen der Froschzäune beginnen. «Man muss sehr flexibel sein», sagt Marion Gessner, da sich die Froschrettung nur schlecht planen lasse. Es komme dabei sehr auf die Witterungsbedingungen an. «Wenn man Glück hat und Temperatur und Feuchtigkeit stimmen, kann nach zwei Wochen alles vorüber sein. Es kann aber auch drei Monate dauern.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.