AMRISWIL: Programmiertes Chaos

Wenn der Kreisel Mühlebach im Westen der Stadt saniert wird, stehen grössere Behinderungen an. Der Stadtrat möchte deshalb die Bauzeit verkürzen.

Rita Kohn
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Risse und Spurrillen im Strassenbelag: Der Kreisel Mühlebach muss saniert werden. (Bild: Rita Kohn)

Risse und Spurrillen im Strassenbelag: Der Kreisel Mühlebach muss saniert werden. (Bild: Rita Kohn)

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Daran, dass eine Sanierung dringend notwendig ist, zweifelt niemand. Der Belag des Kreisels Mühlebach ist in einem schlechten Zustand, Risse und Senkungen sind augenfällig. Wie aber der Verkehr während der Bauzeit fliessen soll, das ist noch längst nicht klar. Denn feststeht: wird am Kreisel Mühlebach gebaut, kommt es zu massiven Behinderungen. Immerhin handelt es sich hier um einen wichtigen Knotenpunkt, der nicht einfach umfahren werden kann.

Im Mühlebach treffen die beiden Verbindungsrouten Ost-West und Nord-Süd aufeinander. Schon jetzt staut sich hier zu den Stosszeiten der Verkehr. «Wir werden den Verkehr wohl mittels Lichtsignalanlage regeln müssen, stellt Stadtpräsident Martin Salvisberg in Aussicht. Das aber bedeutet, dass von allen Seiten mit grösseren Behinderungen zu rechnen ist. Ein Teil des Ost-West-Verkehrs dürfte zwar grossräumig ab Erlen über Engishofen umgeleitet werden, doch gerade für den Schwerverkehr ist das keine Option. Auch die Einrichtung eines provisorischen Kreisels an der Einmündung der Kreuzlingerstrasse in die Weinfelderstrasse und die Umleitung des von Norden kommenden Verkehrs über diese Route wird lediglich eine Entlastung, nicht aber eine Lösung darstellen.

Ein Zwei-Schicht-Betrieb soll die Situation entschärfen

Wann genau die Bauarbeiten beginnen werden, weiss Martin Salvisberg noch nicht verbindlich. Für ihn ist klar, dass die Sanierung in die verkehrsarme Zeit im Sommer gelegt werden müsste. Während der Sommerferien nimmt der Verkehr spürbar ab, die Staus würden nicht mehr ganz so umfangreich ausfallen.

Der Kanton rechnet laut Salvisberg mit einer Bauzeit von gegen sechs Monaten. «Das ist zu lang», stellt der Amriswiler Stadtpräsident fest. «Wir sind mit dem Kanton im Gespräch, dass anstelle einer Schicht zwei Schichten eingesetzt werden, was die Bauzeit markant verkürzen würde.» Allerdings sei man sich auch in Amriswil bewusst, dass gerade im Sommer viele Baufirmen Betriebsferien machen würden. «Ein Zweischicht-Betrieb kostet natürlich mehr», sagt Salvisberg. Ebenso wie auch ein Beton, der schnell abbindet und bald befahren werden kann. Deshalb sei die Stadt auch bereit, nötigenfalls ­einen Teil der entstehenden Kosten zu übernehmen.

Lenkt der Kanton ein, könnte die Bauzeit massiv verkürzt werden. Das käme letztlich auch dem Busverkehr zugute, denn durch das Nadelöhr Kreisel Mühlebach führen auch Busverbindungen. «Wir können dem Bus zwar die alte Strasse beim Schulhaus öffnen», sagt Martin Salvisberg. Doch eine echte Alternative sei das nicht, wenn es durch eine Verkehrsregelung zu grösseren Staus kommt. «Das Verkehrs­regime während der Sanierung werden wir genau prüfen müssen», sagt der Stadtpräsident.