AMRISWIL: Prinzessin Mila setzt sich durch

Es sollte ein Geschenk für die Nichte werden. Entstanden ist ein Bilderbuch, das auch ein fremdes Publikum entzückt. Die Autorinnen planen jetzt ein zweites Werk.

Rita Kohn
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Denyse Högger-Sigrist und Daniela Angehrn mit ihrem ersten Bilderbuch im Schloss Hagenwil. (Bild: Reto Martin)

Denyse Högger-Sigrist und Daniela Angehrn mit ihrem ersten Bilderbuch im Schloss Hagenwil. (Bild: Reto Martin)

AMRISWIL. Sie sind jung und voller Ideen: Daniela Angehrn und Denyse Högger-Siegrist haben umgesetzt, wovon viele träumen. Sie haben ein Bilderbuch geschrieben und gezeichnet und es auf den Markt gebracht. «Ich hätte nie darüber nachgedacht, das Bilderbuch <Prinzessin Mila und de schönsti Platz im Königriich> öffentlich zu machen», gesteht Daniela Angehrn. Dass es dazu gekommen ist, sei ihrem Onkel zu verdanken. «Er hat mich dazu animiert, gleich eine grössere Auflage drucken zu lassen und das Bilderbuch zu verkaufen.»

Denn eigentlich wollte Daniela Angehrn einfach ein persönliches Geschenk für ihr Patenkind, Nichte Mila, haben. Sie schrieb eine kleine Geschichte, in der Prinzessin Mila die Hauptrolle spielt. Als Schauplatz wählte sie die Umgebung des Schlosses Hagenwil, wo sie selber aufgewachsen ist. «Für mich war es einfach klar, dass die Geschichte hier spielen würde», sagt die 30jährige Jung-Autorin mit einem Lächeln. Schliesslich ist es eine Umgebung, die auch der beschenkten Nichte vertraut ist.

Die Schwägerin – ins Boot geholt

Der Text alleine reichte aber nicht für das Geschenk. «Ich wusste, dass meine Schwägerin Denyse sehr gut zeichnen kann», sagt Daniela Angehrn. Da die beiden ohnehin eng befreundet sind, war es klar, dass die 28jährige Denyse Högger-Sigrist die Bilder zum Text zeichnen sollte. Sie sagte auch gleich ohne Zögern zu. «Ich wollte erst ein Probenbild malen, um zu sehen, ob es das ist, was sich Daniela vorstellte», sagt Denyse Högger-Sigrist.

Bedenken hätte sie keine haben müssen. Schon das erste Bild bewies, dass die Schwägerinnen auch in dieser Hinsicht ein ideales Team sind. «Die Bilder sind genau so, wie ich es mir vorgestellt habe, als ich den Text schrieb», erklärt Daniela Angehrn. Jede einzelne Szene sei so umgesetzt, dass es genau zu ihren Ideen passe. «Denyse hätte jede künstlerische Freiheit gehabt, beispielsweise auch hinsichtlich des Schlosses, in dem Prinzessin Mila zu Hause ist.» Sie aber habe als Schloss eine Ansicht des Wasserschlosses Hagenwil gewählt. «Ich war überrascht und auch irgendwie gerührt» gesteht die Autorin, während Denyse Högger-Sigrist verlegen lächelt.

Sie sei eine Perfektionistin, sagt die Zeichnerin. Deshalb habe sie auch mehrere Bilder mehrmals gemalt. «Es war beispielsweise nicht einfach, die Hauptfigur immer etwa gleich darzustellen.» Dennoch hat es ihr Spass gemacht, an diesem Buch mitzuarbeiten. So sehr, dass die gelernte Schneiderin mit eigenem Atelier auch Hand bietet, wenn ihre Schwägerin von einem weiteren Bilderbuch redet.

Bis ein weiteres Buch auf den Markt kommt, dauert es aber noch eine ganze Weile. Denn hinter der Produktion eines Bilderbuchs steht mehr, als sich die beiden jungen Frauen zunächst dachten. Das Zeichnen der Bilder nahm einige Zeit in Anspruch. «Wir wussten allerdings, dass wir zu den Schlossfestspielen fertig sein wollen. Das hat uns den Rahmen gesteckt.»

Von den 1000 gedruckten Büchern sind schon bald zehn Prozent weg. Das freut Daniela Angehrn. Denn Werbung hätten sie bisher noch keine gemacht. Das Bilderbuch sei einzig im Schloss Hagenwil aufgelegt und in den Buchhandlungen in Amriswil und Bischofszell. Weitere Verkaufsorte sollen jedoch schon bald folgen.