AMRISWIL: Polizei verärgert Volleyballfans

Einige der Volleyballfans, die am Freitag in der Sporthalle das erste Finalspiel besuchten, werden zur Kasse gebeten. Sie haben falsch parkiert. Das hat nun auch finanzielle Konsequenzen für Volley Amriswil.

Rita Kohn
Drucken
Teilen
Die Tafeln beim Sportplatz signalisieren klar, wo es Parkplätze für die Fans von Volley Amriswil gibt. (Bild: Rita Kohn)

Die Tafeln beim Sportplatz signalisieren klar, wo es Parkplätze für die Fans von Volley Amriswil gibt. (Bild: Rita Kohn)

AMRISWIL. Die Wogen schlagen hoch. Vor allem in den Social Media machen sich Fans von Volley Amriswil Luft. Grund für den Ärger ist aber nicht etwa das sportliche Abschneiden ihrer Mannschaft – die hat nämlich das erste Finalspiel überzeugend gewonnen –, sondern der Bussenzettel unter dem Scheibenwischer.

Ein Fan schreibt: «Eine unglaubliche Aktion von den lieben Gesetzeshütern aus Bischofszell: Während in der Tellenfeld-Halle mit über 1100 Zuschauern eine tolle Stimmung herrscht, schreiben die geldgierigen Uniformierten Busse um Busse über 40 Franken.» Andere doppeln nach, reden von Abzocke und Polizeistaat. Der Ruf einiger Fans ist klar: Volley-Amriswil-Präsident Peter Kummer solle dafür sorgen, dass sie die Busse nicht bezahlen müssten. Ein anderer Fan macht «intolerante Nachbarn» für das Bussenszenario verantwortlich.

Es hätte 120 Franken gekostet

Doch nicht alle, die gebüsst wurden, stimmen in den Tenor mit ein. Er habe sich zuerst auch darüber aufgeregt, dass gerade ein Polizist dabei war, einen Bussenzettel auszufüllen, sagt der Amriswiler Markus Ammann. Ganz höflich habe ihm da der Polizist erklärt, dass zum einen kein Feuerwehrauto die Strasse mehr passierten könnte, zum anderen auch das Trottoir durch die parkierten Autos unpassierbar sei. Im Übrigen hätte die Polizei in jenen Fällen eine Busse über 120 Franken für Parkieren auf dem Trottoir verhängen können.

Genügend Parkplätze

Volley-Amriswil-Präsident Peter Kummer bedauert die Situation. Die Polizei habe gleich nach dem Spiel das Gespräch mit ihm gesucht, sagt er. Für die Aktion der Polizei hat er durchaus Verständnis. Er weist darauf hin, dass die Situation am Freitag nicht das Ergebnis von intoleranter Nachbarschaft war, sondern die Folge davon, dass die Parkierenden das Trottoir unpassierbar machten und auch im Bereich der Strasse die Sicherheit gefährdeten.

«Wir haben vor der Saison mit dem Bauamt der Stadt Kontakt aufgenommen und die ganze Parkplatzsituation diskutiert.» Im Umfeld der Sporthalle gebe es genügend Parkplatzfläche, nur müssten dann halt ein paar Meter zu Fuss zurückgelegt werden.

Um Situationen wie jene vom Freitag zu vermeiden, würden jeweils extra Parkverbotsschilder aufgestellt. Auch auf dem Trottoir, obwohl es jedem klar sein müsste, dass da Parkieren verboten ist. «Leider haben die Fans am Freitagabend die Schilder missachtet», bedauert Peter Kummer. Für Volley Amriswil bringt das nun Mehrkosten mit sich: «Wir müssen für das nächste Finalspiel am Sonntag einen professionellen Parkdienst einsetzen. Das bedeutet für uns Zusatzkosten.» Dabei habe man von Seiten Volley Amriswil doch schon alles Mögliche getan. Sogar ein eigenes Schild mit dem Hinweis, dass Volleyballbesucher auf dem Kiesplatz parkieren können, wurde aufgestellt.

Hoffen auf Einsicht

Die Verantwortlichen von Volley Amriswil hoffen auf Einsicht der Fans, damit sich das Szenario nicht wiederholt. Denn einen ständigen Parkdienst zu unterhalten, käme unverhältnismässig teuer. Vor allem die Ortskundigen wüssten, wo man in der näheren Umgebung noch problemlos parkieren könne, ist man bei Volley Amriswil überzeugt.

Peter Kummer Präsident Volley Amriswil (Bild: Nana do Carmo)

Peter Kummer Präsident Volley Amriswil (Bild: Nana do Carmo)

Aktuelle Nachrichten