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AMRISWIL: Nur die wenigsten schaffen es

Ein Besuch bei der Talent School zeigt: Sie fordert viel von den potenziellen Nachwuchstalenten. Dabei entscheiden nicht nur Begabung und Leistung, ob es einmal mit der Volleyball-Karriere klappt.
Tobias Bolli
Trainer Dritan Cuko (4. v. l.) leitet das Einwärmen der Volleyballschüler in der Tellenfeld-Sporthalle. (Bild: Tobias Bolli)

Trainer Dritan Cuko (4. v. l.) leitet das Einwärmen der Volleyballschüler in der Tellenfeld-Sporthalle. (Bild: Tobias Bolli)

Tobias Bolli

tobias.bolli@thurgauerzeitung.ch

Dehnübungen, Liegestützen, etwas Vor- und Zurücktrippeln. Man hätte sich aufregendere Szenen denken können. In einer fortgeschrittenen Aufwärmphase darf immerhin der «Fisch» gemacht werden: Ein Sprung mit ausgestreckten Armen, bei dem auf dem Bauch gelandet und über den Boden gerutscht werden soll. So tollkühn und lustig das anmutet: Volleyball spielen sieht anders aus.

Dritan Cuko, der Trainer der heute für das U-16 Team der Jungen und Mädchen zuständig ist, macht sich keine Illusionen: «Wissen Sie, die Kinder mögen das nicht.» Doch wer das Glück hat, von der Talent School ausgebildet zu werden, muss sich auch solche Übungen gefallen lassen. Lässt jemand das nötige Engagement vermissen, kriegt er das jedenfalls zeitnah von Cuko zu hören.

Der ehemalige Profivolleyballer ist ständig gefordert, passt hier einen Ball ab, verhindert da einen Zusammenstoss. Vor allem aber ruft er Kommandos ins Spielfeld und setzt dazu einen strengen Gesichtsausdruck auf. Dass ihm danach nicht selten ein Lächeln unterläuft, verrät seine Empathie für die Jugendlichen.

«Sie haben es streng. Oft sind sie nur noch zum Schlafen zu Hause.» Tatsächlich wird den Jugendlichen einiges abverlangt: Um sechs Uhr stehen sie auf, gehen in die Schule, haben Training, gehen in die Schule und trainieren später oft noch zusätzlich im Verein. Cuko weiss, dass ein solches Programm seinen Tribut fordert. Beobachtet er eine allzu grosse Müdigkeit, wird das Training angepasst.

Bisweilen kommt es vor, dass jemand, etwa aufgrund einer schlechten Note, abgelenkt oder misslaunig ist. Dann helfe ein Timeout an der Seitenlinie. «Wenn es mit der Konzentration nicht stimmt, geht gar nichts», ist Cuko überzeugt. Ein klarer Kopf mit klarem Fokus sei die Grundvoraussetzung für den Sport.

Der Zeitaufwand ist beträchtlich

Gefragt danach, was ihn zur Talent School geführt hat, sagt Ramon Diem: «Ich spielte schon vorher im Verein Amriswil. Einige Kollegen haben mich dann ermuntert, hier mitzumachen.» Die zusätzliche Zeit fürs Training – immerhin fünfeinhalb Stunden wöchentlich – wendet er gerne auf. «Es geht schon. Dafür müssen wir nur eine Lektion in den regulären Sport», sagt er und schmunzelt.

Auch Jonas Keller ist wegen Kollegen zur Talent School gestossen: «Ich merkte, dass sie immer besser wurden und ich nicht mehr mithalten konnte. Da war ich sozusagen unter Zugzwang.» Ein besonderes Highlight ist für ihn das Training mit Joshua Howatson. Der Nationalspieler gibt sich jeweils am Freitag die Ehre, und schlägt auch mal selbst einen Ball übers Netz.

Ob es die Jugendlichen Howatson einmal gleichtun können, hängt neben Talent und Leistungswillen nicht zuletzt von physischen Faktoren ab. So sollten sie – für den Smash und das effektive Blocken am Netz – eine Sprunghöhe von mindestens 330 Zentimetern erreichen. Die Konkurrenz ist hart. Trainer Cuko meint: «Wenn es drei oder vier von den zwanzig Jugendlichen schaffen, dann ist das schon ein Erfolg.»

Selektion und Info

Am 17. Januar führt die Talent School ein Selektionstraining durch. Bewertet werden Entwicklungspotenzial, Motivation und Gruppenverhalten. Es geht nicht primär um bereits vorhandene Fähigkeiten.Anschliessend gibt es eine Infoveranstaltung. (tob)

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