AMRISWIL: Nicht mehr bis in alle Ewigkeit

Tattoos sind in Mode gekommen. Doch nicht alle sind auf Dauer glücklich mit ihrem Hautschmuck. Durch den Einsatz von Lasertechnik können die Bilder entfernt werden.

Rita Kohn
Drucken
Teilen
Sabrina Valt ist von den Möglichkeiten fasziniert, die es gibt, um Tattoos, Permanent Make-up und Flecken zu entfernen. (Bild: Rita Kohn)

Sabrina Valt ist von den Möglichkeiten fasziniert, die es gibt, um Tattoos, Permanent Make-up und Flecken zu entfernen. (Bild: Rita Kohn)

Rita Kohn

rita.kohn

@thurgauerzeitung.ch

Die grosse Liebe ist vorbei. Das einstige Paar kann sich kaum mehr in die Augen sehen, ohne in Zank auszubrechen. Doch auf der Haut tragen die einstigen Liebenden noch das Zeichen vergangener, guter Zeiten. Und ärgern sich täglich über den Moment, in dem sie beim Tätowierer das Symbol für ewige Liebe stechen liessen. «Ja, die Namen von verflossenen Partnern ist einer der häufigeren Gründe, sich ein Tattoo entfernen zu lassen», bestätigt Sabrina Valt. Die junge Amriswilerin kann den Betroffenen helfen. Seit letztem Sommer entfernt sie in ihrem Studio per Lasertechnik Tattoos, Permanent Make-up oder auch Altersflecken.

«Es sind vor allem Frauen, die zu mir kommen», sagt sie. Denn sie würden schneller darunter leiden, wenn etwas ihr Aussehen stört oder ein Tattoo überholt ist. «Das kann die betroffene Person sehr belasten», weiss die Fachfrau. «Ich nehme solche Gefühle ernst.» Auch wenn sie selber im einen oder anderen Fall die Situation nicht ganz so gravierend erachte, so könne sie doch verstehen, dass die Betroffenen dazu eine ganz andere Einstellung hätten. «Es ist wichtig, dass sie sich in ihrer Haut wohlfühlen können», stellt sie klar.

Der Körper hilft mit, die Farbe loszuwerden

Seit sie selber ein grosses Tattoo am Oberarm entfernen liess, ist Sabrina Valt von der Möglichkeit fasziniert, etwas entfernen zu können, was für das ganze Leben gedacht war. Mittels Laser würden die Farbpigmente gebrochen, der Körper helfe dann selber mit, die kleinen Teile wegzuschaffen. «Das braucht aber viel Zeit», macht Sabrina Valt klar. Zwischen den einzelnen Sitzungen braucht es jeweils Ruhezeiten von fünf bis sechs Wochen. In dieser Zeit könne sich die Haut von der Belastung erholen.

Sabrina Valt weiss, dass oft die Rede davon ist, dass durch das Lasern Narben zurückblieben. «Das stimmt aber nicht», sagt sie bestimmt und zeigt ihren eigenen Oberarm, auf dem einst ein grosses Tattoo zu finden war. Normalerweise würde das Lasern keine Narben hinterlassen, betont sie. Sie räumt jedoch ein, dass sich nicht alle Farben und Tattoos gleich gut entfernen lassen. «Gerade wenn ein Tattoo in einem Land gestochen wurde, das keine strengen Gesetzesbestimmungen hat, was die Qualität der Farben betrifft, kann es bei der Beseitigung zu Problemen kommen.»

«Ich bin keine Gegnerin von Tattoos»

Obwohl sie regelmässig Tattoos oder permanentes Make-up entfernen muss, ist Sabrina Valt keineswegs eine Gegnerin von Tattoos. Man könne nach der Behandlung, die sich schnell einmal über ein Jahr hinwegstrecken kann, nach einer gewissen Zeit sogar wieder ein neues Tattoo stechen lassen, sagt sie. Wer jedoch ein Tattoo entfernen liess, mache sich bestimmt mehr Gedanken darüber, was für einen Körperschmuck er wählen wolle.

Immerhin ist das Lasern nicht ganz schmerzlos. «Das Schmerzempfinden ist aber etwas sehr ­Individuelles», sagt die Fachfrau. Den einen tue es mehr weh als anderen. «Aber grundsätzlich ist es auszuhalten.»