AMRISWIL: Nachhaltigkeit muss nicht viel kosten

Netzwerken im Kulturforum: Stadträtin Madeleine Rickenbach dankte den einheimischen Kunstschaffenden für ihr Engagement, und der Kulturbeauftragte Andreas Müller zeigte auf, wie man von den Angeboten der Stadt profitieren kann.

Manuel Nagel
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Die Oberwalliserin Erika Stucky ist vor allem im Ausland eine vielbeachtete Künstlerin.

Die Oberwalliserin Erika Stucky ist vor allem im Ausland eine vielbeachtete Künstlerin.

Manuel Nagel

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@thurgauerzeitung.ch

«Kunst und Kultur sind für den gesellschaftlichen Zusammenhalt enorm wichtig.» Diesen Satz der Zürcher Stadtpräsidentin ­Corine Mauch hörte der Amriswiler Kulturbeauftragte Andreas Müller, als er zu Beginn dieses Jahres in Bern das Forum Nachhaltige Entwicklung besuchte. Mauch brachte auch Beispiele von Kunstprojekten, die wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung gewesen seien, erzählt Müller, und so reifte in ihm nach dem Besuch in Bern der Entschluss, auch hier in Amriswil die Nachhaltigkeit von Kultur und Kreativität in den Fokus zu rücken und aufzuzeigen, was die Stadt alles bietet.

Entstanden ist so der zweite Netzwerkanlass, zu dem die ­Kulturkommission letzten Dienstag alle einlud, die etwas Künstlerisches und Kulturelles zum ­Leben in Amriswil beitragen. Da­zu gehören auch die Fasnächtler, die Aachsänger oder die Vertreter der städtischen Museen, die ebenfalls anwesend waren. Stadträtin Madeleine Rickenbach, zugleich auch Präsidentin der Kulturkommission, meinte in ihrer Rede, mit dem Anlass möchte man den Kunstschaffenden auch Danke sagen für ihren grossen Einsatz, den sie in freiwilliger Arbeit ­leisten.

Andreas Müller informierte die Anwesenden in der Folge darüber, welche Angebote die Stadt Amriswil für Kunst und Kultur bereitstelle. Er erinnerte daran, dass es das Kulturinserat gebe, das kostenlos sei und durch Gewerbe und Sponsoren gedeckt werde. Ebenfalls werde im ­«Amriswil aktuell» über Veranstaltungen berichtet. Daneben gebe es auch die vier Stelen am Bahnhof und jeweils bei der Einfahrt in die Stadt, auf denen hingewiesen wird, was in der Stadt so läuft. Zudem gebe es auch noch den Videoblog, der in den sozialen Medien grosse Beachtung findet.

Mediale Unterstützung bringt viel Präsenz

Er komme oft im Thurgau herum und höre, dass in Amriswil kulturell so viel los sei, sagte Müller. Er könne nicht beurteilen, ob man hier mehr Kultur habe als andernorts, «aber wir sind medial sehr präsent und werden deshalb auch wahrgenommen», meinte Müller. «Wir fallen auf.» Dabei würden diese mediale Unterstützung die Stadt gar nicht viel kosten und dennoch seien diese langfristigen Angebote der Stadt ein wichtiger und nachhaltiger Beitrag, getreu dem Slogan «Amriswil – Leben mit Kultur».

Doch die Stadt unterstützt nicht nur Kreiselkunst, durch die sie mittlerweile weit über Kantonsgrenzen hinaus als Gemeinde mit dem höchsten Kreisel in der Schweiz bekannt wurde, sie wird auch in Zukunft öffentliche Kunst in Amriswil unterstützen. «Ak­tuell können Künstler noch bis Ende Jahr ihre Projekte ein­reichen, und eine Jury aus Kulturschaffenden und Politikern wird diese dann beurteilen», sagte Müller und spielte damit auf die neue Sporthalle an, bei der Kunst am Bau verwirklicht werden soll. Weiter in der Planung ist die Kulturnacht in einem Jahr sowie die Vernissage für den Fotokalender, die jedoch bereits in einem Monat am 4. November stattfindet.

Zu Gast war am Dienstag auch eine kleine Delegation aus dem Wallis. Francesco Walter referierte über das Musikfestival in Ernen. Er ist sowohl Intendant des Festivals wie auch Vizepräsident der kleinen Walliser Gemeinde. Und die bekannte Künstlerin Erika Stucky umrahmte den Anlass musikalisch.