AMRISWIL: Nachfolge ist noch nicht geklärt

Matthias Nauer legt in wenigen Wochen sein Amt als Präsident des Fussballclubs Amriswil nieder. Bisher konnte kein passender Anwärter auf das Amt gefunden werden. Das Präsidium droht zu verwaisen.

Rita Kohn
Drucken
Teilen
Matthias Nauer auf dem Sportplatz: Der FCA-Präsident hofft darauf, noch die Zustimmung zur dringend benötigten Sporthalle feiern zu können. (Bild: Rita Kohn)

Matthias Nauer auf dem Sportplatz: Der FCA-Präsident hofft darauf, noch die Zustimmung zur dringend benötigten Sporthalle feiern zu können. (Bild: Rita Kohn)

AMRISWIL. Es ist nicht die Last der Verantwortung, die Matthias Nauer dazu bewegt, sein Amt als FCA-Präsident niederzulegen. «Ich habe immer klargestellt, dass es für mich nur ein kurzfristiges Engagement sein kann», sagt der Amriswiler. Gedacht habe er bei der Übernahme an zwei Jahre, mittlerweile sind es drei. «Für mich ist nun endgültig Schluss.»

Seit 40 Jahren ist Matthias Nauer schon Mitglied beim FCA. «Ich wollte dem Verein etwas Gutes tun», sagt er. Deshalb habe er vor drei Jahren Ja gesagt zum Präsidium. «Scharf war ich nicht drauf, immerhin hatte ich schon fast alle anderen Funktionen inne.»

Es gibt viele Chargen zu besetzen

War es einst eine ehrenvolle Sache, dem FC vorzustehen, drängen sich heute die Kandidaten nicht gerade. Das betreffe aber nicht nur das Präsidium. «Es gibt viele Chargen zu besetzen», sagt Matthias Nauer. Doch seien heute viele nicht mehr bereit oder in der Lage, sich zu engagieren. Er bedauert das.

«Es nimmt Zeit in Anspruch, Vereinsarbeit zu leisten.» Rund 800 Stunden hat der scheidende Präsident im vergangenen Jahr für den FC aufgewendet. Da ist natürlich auch die Zeit eingerechnet, in der der Präsident auf dem Fussballplatz mitfiebert. Präsenz zu zeigen sei ein wichtiger Teil der Arbeit des Präsidenten. Deshalb ist es wichtig, dass der Nachfolger von Matthias Nauer nicht nur eine starke Verbundenheit mit Amriswil, sondern auch mit dem FC hat. «Gerade in Belangen, die die erste Mannschaft betreffen, ist der Präsident stark eingebunden.»

Es käme auch eine Frau in Frage

Bis jetzt war das FC-Präsidium eine rein männliche Bastion. Aber das muss nicht so bleiben. Auf die Frage, ob denn auch eine Frau das Präsidium übernehmen könnte, sagt Matthias Nauer mit einem Schmunzeln: «Natürlich. Da spricht nichts dagegen.» Wichtig sei einzig, dass die Person in der Lage sei, mit verschiedenen Meinungen umzugehen und eine klare Linie zu halten, auch wenn es mal Opposition gibt. «Das gilt wohl für jeden Präsidenten eines Vereins mit so vielen Mitgliedern und Abteilungen.»

710 Mitglieder hat der FC Amriswil derzeit, davon rund 350 Juniorinnen und Junioren. Das breite Spektrum verlangt deshalb auch viel Umsicht in der Führung, müssen doch die verschiedensten Interessen unter einen Hut gebracht werden. Heute ist Amriswil neben Frauenfeld einer der grössten Fussballclubs im Kanton. «Allerdings sind wir nun an Grenzen angelangt, wir können nicht mehr Mitglieder aufnehmen. Derzeit gibt es sogar eine Warteliste.» Doch die Infrastruktur lasse ein weiteres Wachstum derzeit nicht mehr zu.

Sportlich erfolgreich

Matthias Nauer verlässt einen sportlich erfolgreich aufgestellten Fussballclub. Nicht nur die erste Mannschaft, auch die erfolgreichen und sehr gut geführten Juniorenabteilungen oder die erfolgreichen Damen bereiten dem scheidenden Präsidenten Freude. «Auch die zweite Mannschaft ist auf dem aufsteigenden Ast.»

Damit sich die einzelnen Abteilungen weiter entwickeln und auf Fussball konzentrieren können, braucht es allerdings eine umsichtige Führung. «Ich wünschte mir, dass wir bis allerspätestens Ende Juni jemanden gefunden haben.» Denn dann sei es möglich, den Nachfolger umfassend in seine Aufgaben einzuarbeiten. «Ich wäre bereit, mich da noch mal zu engagieren», führt Matthias Nauer an, schränkt aber gleich ein: «Ich werde aber kein weiteres Amtsjahr als Präsident anhängen.» Die Vereinsleitung habe das anfänglich wohl zu wenig geglaubt, bedauert der Amriswiler. Doch habe er neben Fussball noch andere Interessen und müsse nun einen sauberen Schnitt ziehen. «Ich gehe ohne schlechtes Gewissen», macht er denn auch gleich geltend.

Sich melden

Nachdem der FC verschiedene in Frage kommende Persönlichkeiten angesprochen hat, überall aber auf taube Ohren gestossen ist, muss er den Kreis der möglichen Kandidatinnen und Kandidaten weiter stecken. Obwohl es ja nicht üblich sei, dass man sich selber ins Gespräch um ein Amt bringe, hofft Matthias Nauer, dass sich jemand meldet, der interessiert ist, seine Zeit dem Fussballclub zur Verfügung zu stellen.

Wenn sich nun schnellstmöglich jemand Geeigneter bereit erklärt, das Präsidium zu übernehmen, kann er zusammen mit dem scheidenden Präsidenten die neue Saison aufgleisen und mithelfen, Weichen für den Erfolg des FCA zu stellen.

Aktuelle Nachrichten