AMRISWIL: Mit dem Humor kam die Abkühlung

Mehrere Tausend Besucher kamen ins Zentrum ans Strassenfest und liessen sich auch durch einen kurzen Regenschauer am Samstagabend die Feierlaune nicht vermiesen. Die Organisatoren ziehen eine positive Bilanz des Stadtfestes.

Manuel Nagel
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Roger De Win gehört zum Strassenfest wie die Kreisel zu Amriswil. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Roger De Win gehört zum Strassenfest wie die Kreisel zu Amriswil. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

Ein Strassenfest ohne ihn? Unvorstellbar! Für den Amriswiler Schlagersänger Roger De Win ist es jeweils ein Heimspiel – und Roger Kuster, so sein bürgerlicher Name, wusste diesen Heimvorteil am Freitagabend zu nutzen.

Spontan tanzten Kinder wie Erwachsene zu seinen Liedern vor der Kleinkunstbühne beim Radolfzellerplatz. Selbst wer mit Schlagermusik wenig anfangen kann, liess sich von der guten Laune an diesem heissen Sommerabend anstecken und von Roger De Wins Energie mitreissen.

Von der Strasse auf die grosse Bühne

Auch für Andy McSean war es eine Rückkehr in die Heimat. Der Singer/Songwriter, der vor vier Jahren noch als Strassenkünstler am Strassenfest auftrat, rockte nun die grosse Konzertbühne an der Kirchstrasse. Er sei nur zwei, drei Käffer von hier entfernt aufgewachsen – in Erlen.

Die Jüngeren Strassenfestbesucher bewegten sich zur selben Zeit auf dem Viehmarktplatz zu den Bässen von Mr. Da-Nos, einem der angesagtesten DJs der Schweiz, nippten an ihrem Glas mit hochprozentigem Inhalt und/oder schäkerten mit dem jeweils anderen Geschlecht herum. Doch auch zwischen den drei Bühnen, welche die Endpunkte des Festgeländes markierten, hielten sich unzählige Leute auf.

Bohrmaschinenchips, Spanferkel und Raclette

Kulinarisch hatte man die Qual der Wahl. Der Feuerwehrverein heizte seine riesige Röstipfanne ein, beim griechischen Verein, bei der SVP und dem Unihockeyclub Barracudas gab es Spiesse in verschiedenen Variationen. Dazu gesellten sich Marktfahrer mit thailändischen und tibetischen Spezialitäten, mit süssen Leckereien und mit Chips, die von einer Bohrmaschine hergestellt wurden. Selbst ein Spanferkel brutzelte über einem Feuer. Und wer wollte, konnte im Hochsommer auch ein Raclette essen.

Zu trinken gab es sowieso genug – und das war bei diesen Temperaturen auch notwendig. Noch am Freitag verhiessen die Wetterprognosen Hitze und keinen Niederschlag. Am Samstagnachmittag sah es ebenfalls nicht nach Regen aus, doch pünktlich mit Comedian Michael Elsener kam um 19 Uhr die Abkühlung. Elsener thematisierte nicht nur das feuchte Wetter, sondern auch die Amriswiler Kreisel und bewies so, dass er nicht einfach sein Programm abspulte.

Im Gegensatz zu anderen Festen in der Umgebung verschonte Petrus die Amriswiler jedoch weitgehend. Die Besucher liessen sich nicht vertreiben, rückten in der kurzen Zeit in den Festzelten zusammen und warteten, bis das Gewitter vorübergezogen war. Das Ausharren lohnte sich, denn auf den drei Bühnen standen noch Michael von der Heide, Ritschi mit Band und Remady & Manu-L. Während Letztere wiederum eher die Teenager ansprachen und von der Heide vor einem etwas gesetzteren Publikum bewies, dass er der geborene Entertainer ist, fanden beim Konzert des ehemaligen Plüsch-Sängers Jung und Alt zusammen.

OK-Präsident Andreas Müller zieht eine positive Bilanz des Strassenfestes, das friedlich und ohne grössere Zwischenfälle verlaufen ist. «Es freut mich, dass unser Programm so gut ankam. Manu-L hat zudem erwähnt, dass die Organisation sehr professionell sei. Er und Remady würden gerne wieder ans Strassenfest zurückkehren», sagt Müller.