AMRISWIL: «Man funktioniert einfach»

Nach elf Jahren hat Markus Stamm das Kommando der Feuerwehr in die Hände von Andreas Bösch übergeben. Für ihn hat sich damit einiges verändert, er konnte aber gut loslassen.

Rita Kohn
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Markus Stamm vor dem Fahrzeug, das einst seine Liebe zur Feuerwehr weckte. (Bild: Rita Kohn)

Markus Stamm vor dem Fahrzeug, das einst seine Liebe zur Feuerwehr weckte. (Bild: Rita Kohn)

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Markus Stamm und die Feuerwehr: Für rund ein Jahrzehnt war dies eine feste Grösse in Amriswil. Seit dem 1. Januar ist das vorbei. Der Kommandant hat sich nach elf Jahren an der Spitze der Stützpunktfeuerwehr zurückgezogen. Nach über zehn Jahren sei es Zeit für frischen Wind, sagt der ehemalige Kommandant voller Überzeugung. In seinen Nachfolger Andreas Bösch setzt er grosses Vertrauen. Bösch stand ihm in den letzten Jahren bereits zur Seite, und so weiss Markus Stamm, dass die Stützpunktfeuerwehr bei ihm gut aufgehoben ist. Die Nachfolgefrage war schon früh gelöst. Markus Stamm war bereits 48 Jahre alt, als er das Kommando übernahm – das Feuerwehralter beträgt 52 Jahre. «Ich wollte aber keine Lösung nur für vier Jahre», sagt er rückblickend. Das sei auch für Andreas Bösch eine gute Option gewesen. «Er war damals noch sehr jung und gerade stark in die Übernahme seines Betriebs eingebunden.»

Die ersten Tage nach Abgabe des Kommandos waren ungewohnt. «Ich hatte davor mehr oder weniger jeden Tag mit der Feuerwehr zu tun», sagt Markus Stamm. Inzwischen habe er sich gut an den neuen Zustand gewöhnt. «Kurz nach meiner Ablösung hörte ich die Feuerwehrsirenen. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich jetzt raus müsste.»

Feuerwehrsirenen waren es, die im damaligen Kind Markus Stamm den Wunsch aufkommen liessen, in die Feuerwehr einzutreten. Bereut hat Markus Stamm diesen Weg nie. «Es waren spannende, interessante Jahre.» Auch wenn nicht alles, was der ehemalige Kommandant während seiner aktiven Feuerwehrzeit erlebt habt, positiv war, blickt er doch gerne zurück. Mitgenommen habe ihn, wenn sie jemandem nicht recht helfen konnten, etwa nach einem Verkehrsunfall. «Bei einem solchen Anlass funktioniert man einfach.» Die Gefühle entwickelten sich oft erst später, wenn man Zeit habe, nachzudenken. «Aber man wird bei der Ausbildung auf solche Momente vorbereitet.»

Immer genügend Nachwuchs gefunden

Markus Stamm hat seinem Nachfolger eine gut organisierte Feuerwehr übergeben können. An Nachwuchs habe es bisher nicht gemangelt. Die Zusammenarbeit mit der Stadt, die bei ihrer Jungbürgerfeier jeweils einen Besuch bei der Feuerwehr einplant, habe öfter mal jemanden gebracht. Selbst der Umstand, dass heute viele junge Leute auswärts arbeiten, habe bisher nicht zu einem Engpass geführt.

Stolz ist Markus Stamm auf das neue Feuerwehrzentrum, dessen Inbetriebnahme noch in seine Amtszeit fiel. Er schwärmt vom Gebäude, das zweckmässig gebaut sei. «Ich habe bis jetzt nichts gefunden, das nicht passen würde», sagt er. «Wir haben nicht übertrieben und ohne Luxus, aber sinnvoll gebaut.»