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AMRISWIL: Langs freches «Thurgauer Lied»

Von Klassik über Rock ’n’ Roll und Tango bis zur Schmonzette und wieder zurück, Virtuosität in Sprache und Musik, das bietet das neue Programm des singenden Poeten David Lang in «Mondjammern».
Charlotte Kehl
David Lang spielt im Kulturforum. (Bild: Charlotte Kehl)

David Lang spielt im Kulturforum. (Bild: Charlotte Kehl)

Charlotte Kehl

amriswil@thurgauerzeitung.ch

Zögerlich tröpfeln die ersten ­Zuschauer ins Kulturforum, dann plötzlich braucht es noch zu­sätzlich Stühle. David Lang füllt seine Konzerte mit einem ansehnlichen Fanclub. Der gross gewachsene Thurgauer scheint sich denn auch wohlzufühlen in ­seiner alten Heimat, die er nach einem längeren Berlinaufent­- halt noch mehr schätzen gelernt habe. Er kann es sich leisten, in einem richtig frechen Thurgauerlied, Variante Lang, neben den «Runggle»-Transporten auch noch die Langfinger und die Obst­bäume auf die Schippe zu nehmen.

Aus Berlin hat er eine kleine Kostprobe mitgebracht, den frivolen Jazz-Operetten aus den 20er-Jahren nachempfunden. In diesem Genre, in der ironisch witzigen Persiflage, überzeugt er am meisten.

Das Frühlingslied kommt rockig daher

Mit jedem seiner Lieder erzählt uns David Lang eine Geschichte. Er beginnt mit Mondjammern, von schlaflos geschundenen Nächten, in denen das Liegen schon lange wehtut: «Wo’s nöd will tage und’s nöd hört chlage.» Im Tangostil träumt er von der Schönen in der ersten Reihe, die sich in der Realität als vernichtende Kritikerin entpuppt. Nachbarschaftliche Kraftspiele tönen fast romantisch, das Frühlingslied kommt rockig daher, während «mudrig» natürlich als Blues konzipiert ist. In eine Schublade pressen lässt er sich nicht, mit seiner Stimme kann er Schubert- oder Jacques-Brel-Lieder singen. Aber er bestreitet lieber einen unterhaltsamen Abend mit eigenen Kompositionen. Wählte er früher auch manchmal Französisch oder Englisch für seine Songs, so hält er sich heute meist an den Thurgauer Dialekt. «Ich mag ihn und er lässt sich gut singen», meint David Lang.

Struktur ermöglicht viel Freiraum

Er komponiert, textet, organisiert Festivals, probt, hat Auftritte, Preisverleihungen. Wie macht er das alles nur? «Durch strukturiertes Arbeiten – ich mache Pläne, in denen ich mir viel Freiraum lasse.» Das Arbeiten selber wandelt sich, aber meistens steht zuerst eine Textidee, eine Melodie kommt dazu und dann entwickelt sich beides gemeinsam.

«Nach der introvertierten Phase des Komponierens freue ich mich darauf, meine Sachen auf die Bühne zu bringen», sagt Lang. Seine Fans danken es ihm.

Hinweis

David Langs nächstes Konzert findet statt am 25. März, 16 Uhr, im Theater Eisenwerk in Frauenfeld.

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