AMRISWIL: Killer ist wieder da

In den 80er-Jahren kaufte Peter Berger die Schallplatten von Killer. Mehr als 30 Jahre später steht er als Mitglied der Hardrockband auf der Bühne – wie Samstagnacht im Stage-8580.

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Emi Bassbabe am E-Bass, Lead-Gitarrist Crown Kocher, Sänger Andy Lickford und Rhythmus-Gitarrist Peter Berger rocken mit Schlagzeuger Roberto Antonucci das Stage-8580. (Bild: Manuel Nagel)

Emi Bassbabe am E-Bass, Lead-Gitarrist Crown Kocher, Sänger Andy Lickford und Rhythmus-Gitarrist Peter Berger rocken mit Schlagzeuger Roberto Antonucci das Stage-8580. (Bild: Manuel Nagel)

In einem kleinen Plattenladen in Basel kaufte Peter Berger Anfang der 80er-Jahre eine Vinylscheibe von AC/DC und hörte auch noch in das Album von Killer rein, das daneben stand. Damals hatte der Teenager wohl kaum zu träumen gewagt, dass er dreieinhalb Jahrzehnte später selbst dieser Hardrockband angehören wird.

Seit Beginn des Jahres ist Killer wieder da, brachte gar ein neues Album auf den Markt und hatte am Wochenende den zweiten Live-Auftritt seit der Wiederauferstehung – wobei christliche Vergleiche vielleicht nicht ganz zutreffend sind bei der Neugründung einer Rockband mit martialischem Namen, die 1982 mit ­Motörhead auf Tour ging.

Crown Kocher ist das letzte verbliebene Gründungsmitglied von Killer. Vor über zehn Jahren lernte er Andy Lickford kennen. Für Crown war klar: Der Sänger mit der kraftvollen Shouterstimme ist der richtige Mann für ein Revival der Band. Lickford singt zudem in der Judas-Priest-Tribute-B­and Cutest Beast, bei der auch Peter Berger engagiert ist. Und so drängte Killer-Fan Berger seinen Kollegen förmlich dazu, Crown Kocher zu bewegen, die Band zu reaktivieren. Mit Schlagzeuger Roberto Antonucci (ebenfalls bei Cutest Beast) und Lickfords Freundin Emi Bassbabe war die Killer-Ausgabe 2017 vollständig.

Ihr Ziel sei es, möglichst viele Gigs zu spielen, sagt Berger, und Urgestein Crown stimmt zu. Ambitionen und Ehrgeiz habe man in den 80er-Jahren gehabt. Nun will der bald 65-Jährige vor allem eines: Spass haben mit seiner neuen Truppe.

Das spürten auch die fast hundert Besucher im Stage-8580. Darunter waren einige, welche Killer schon seit Beginn kennen. Mit «Crazy Daisy» fing seinerzeit alles an. Klar, dass der Song an diesem Abend ebenfalls auf der Setlist stand. Bei den Krachern «Never Touch a Tiger» und ­«Brake My Chains» ging das ­Publikum ebenfalls mit. Und die Fünf spielten natürlich auch die neuen Lieder, welche in den letzten Monaten entstanden sind. Mehr als 90 Minuten und zwei Zugaben dauerte das mitreissende Konzert – und am Ende blieb die Erkenntnis, dass man für Rock niemals zu alt sein kann.

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch