Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

AMRISWIL: Kakteen schmücken ihr Büro

Seit bald einem Jahr ist Tabea Kunz für die Jugendarbeit der evangelischen Kirchgemeinde zuständig. Für die Pfarrerstochter aus Neukirch an der Thur ist es ein Traumberuf.
Manuel Nagel
Tabea Kunz sitzt auf dem Rand des Spoerlé-Brunnens. Sie hat ihren Arbeitsplatz im vielleicht schönsten Gebäude der Stadt – im alten evangelischen Pfarrhaus an der Bahnhofstrasse. (Bild: Manuel Nagel)

Tabea Kunz sitzt auf dem Rand des Spoerlé-Brunnens. Sie hat ihren Arbeitsplatz im vielleicht schönsten Gebäude der Stadt – im alten evangelischen Pfarrhaus an der Bahnhofstrasse. (Bild: Manuel Nagel)

Manuel Nagel

manuel.nagel

@thurgauerzeitung.ch

Die Frühlingssonne scheint in ihr Büro im alten Pfarrhaus hinein, von wo aus Tabea Kunz freie Sicht auf den Marktplatz und auf die evangelische Kirche hat. Anfang Juni des vergangenen Jahres hat sie ihre Arbeit als Jugendarbeiterin der evangelischen Kirch- gemeinde aufgenommen.

«Als Pfarrerstochter kenne ich das kirchliche Unfeld natürlich von klein auf», erzählt Tabea Kunz. Als ältestes von vier Kindern übernahm sie schon früh Verantwortung, engagierte sich im Cevi und leitete auch diverse Lager. «Teilweise war ich als Leiterin sogar jünger als einige der Teilnehmer», erinnert sie sich und lacht. Jedenfalls reifte zu dieser Zeit in Tabea Kunz der Entschluss, dass sie mit Menschen arbeiten wolle. Zuerst hatte sie Kindergärtnerin oder Lehrerin im Kopf. Später, in der Oberstufe, fiel dann die Wahl auf Sozial- pädagogin, weshalb sie an der Kantonsschule Frauenfeld die Diplommittelschule absolvierte.

Indianerstämme in Bolivien besucht

Nach der DMS legte Tabea Kunz ein Zwischenjahr ein, arbeitete ein halbes Jahr in der Industrie, bei der SIA in Frauenfeld, und verreiste anschliessend für fünf Monate nach Südamerika. «Bei der SIA wollte ich einerseits Geld verdienen, aber auch mal in die Arbeitswelt hineinschauen und nicht nur studieren», sagt Kunz. In Bolivien hatte sie einen Missionseinsatz, besuchte Indianerstämme und lebte während dieser Zeit in einer Familie, deren Sohn sie unterrichtete.

Auch wenn es schon zwölf Jahre zurückliege, etwas von der Sprache sei doch noch haften geblieben, verrät Tabea Kunz. Wann immer sie die Möglichkeit bekommt, spricht sie Spanisch. Zurück in der Schweiz absolvierte sie während eines Jahres ihr Vorpraktikum im Sonderschulheim in Mauren. «Hin und wieder begegne ich Menschen von dort hier in Amriswil, die nun im ABA arbeiten.» Danach begann sie ihre Ausbildung an der höheren Fachschule für Sozialpädagogik in Zizers im Bündnerland.

In der WG Freundschaften fürs Leben geschlossen

Dort lebte sie im ersten und dritten Jahr der Ausbildung mit ihren Mitstudenten in einer grossen Wohngemeinschaft, bestehend aus zwei Dutzend Leuten, in einem riesigen Haus. Das sei Pflicht, denn dabei solle man auch mit Reibungen untereinander umgehen können und nach Konfliktlösungen suchen, was einem später auch im Beruf von Nutzen sei. Aus den Bekanntschaften in diesen drei Jahren Ausbildung seien Freundschaften fürs Leben entstanden. Kochen ist eine der Leidenschaften der 31-Jährigen, die sehr gerne Freunde einlädt und kulinarisch verwöhnt. Ausfahrten mit dem Rennrad und Schneeschuhlaufen sind weitere Hobbys.

Im zweiten Ausbildungsjahr absolvierte Tabea Kunz ein Praktikum auf einem Campingplatz im Jura, wo Jugendliche eine Ausbildung machen konnten. Sie kehrte nach ihrer Ausbildung dorthin zurück und trat ihre erste Stelle an. Es folgten fünfeinhalb Jahre in einem Heim für Kinder und Jugendliche in Derendingen. «Nach kurzer Zeit konnte ich schon viel Verantwortung und die Teamleitung übernehmen», erinnert sie sich. Arbeitsplanung und Finanzen gehörten ebenfalls zu ihrem Arbeitsalltag und Kunz absolvierte in Olten an der Fachhochschule Nordwestschweiz den CAS «Leiten von Teams».

Doch Tabea Kunz sehnte sich nach der Ostschweiz, weil ihre Familie und viele ihrer Freunde hier leben. Und noch etwas war ausschlaggebend. Der christliche Glaube sei ein wichtiger Teil ihres Lebens. Deshalb fühlte sie sich auch sofort vom Inserat der Evangelischen Kirchgemeinde angesprochen. «Ich wollte den Kindern meine Werte nicht nur mit Taten vorleben, sondern sie auch mit Worten teilen.»

Das könne sie nun tun, sagt Kunz, denn zu ihren Aufgaben gehört nebst vielen anderen auch das Erteilen von Religionsunterricht oder das Leiten von Kleingruppen. Einige der Jugendlichen aus diesen Kleingruppen «tauften» Tabea Kunz übrigens im Spoerlé-Brunnen und schenkten ihr hinterher Kakteen, die nun ihr Büro zieren. «Kakteen deshalb, damit ich sie auch in Zukunft anstachle», verrät Tabea Kunz die Begründung ihrer Schützlinge.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.