AMRISWIL: Jetzt geht’s ans Eingemachte

Am Museumssonntag im Bohlenständerhaus werfen die Besucher einen Blick in Grossmutters Speisekammer. Sie erfahren, wie Lebensmittel mit natürlichen Konservierungsstoffen über den Winter haltbar gemacht wurden.

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Eingemachtes, Trockenobst und -gemüse, Rumtopf, Marmelade, Gelee, Sirup, Sauerkraut und Würste – der Ernte im Herbst sind kaum Grenzen gesetzt. Zur Haltbarmachung dieses Nahrungsreichtums besassen unsere Grossmütter weder Kühltruhe noch Tiefkühler, aber sie hatten tausend Ideen, wie man Lebensmittel über den Winter bis in den Frühling hinein in schmackhaften Schüsseln auf den Tisch bringen konnte.

Die Gartenernte zu verarbeiten und zu konservieren stösst auch bei jüngeren Generationen auf neues Interesse. Das Haltbarmachen von Lebensmitteln wird derzeit von Hausfrauen, Selbstversorgern, Hobbyköchen und Gärtnern wieder entdeckt und steht hoch im Kurs, denn Eingemachtes und Gedörrtes ist regional, selbst gemacht und jederzeit verfügbar. Man schwört wieder auf den Vorrat in der eigenen Speisekammer.

Alte Rezepte werden hervorgeholt

Wer im Winter nicht auf Gesundes aus dem eigenen Garten verzichten möchte, legt sich einen solchen Vorrat an. Dazu holt man Grossmutters Rezepte wieder mal aus dem Büchergestell und übt sich in alten Gerichten. Die schmecken und das Zubereiten macht riesig Spass.

Karin Hungerbühler und Hedi Zahner, beide Mitglieder des Bohlenständerhauses, kennen sich im Bereich der traditionellen Haltbarmachung von Lebensmitteln gut aus. Am kommenden Museumssonntag, dem 5. November, berichten sie im Bohlenständerhaus nicht nur aus alten Schriften, sie zeigen auch, wie man Lebensmittel durch natürliche Konservierungsstoffe wie Luft, Rauch, Salz, Zucker und Essig haltbar und schmackhaft macht. Auch der Alkohol gehört dazu.

Da gibt es keine Geschmacksverstärker, keinen versteckten Zucker, weder Fette noch Haltbarmacher. Konservierungskomponenten, die man in Grossmutters Speisekammer entdeckt, sind selbstgemacht, gesund und halten bis in den Frühling – eben Natur pur. Es werden Rezepte zum Mitnehmen bereitliegen und im Kuhstallkafi finden sich auch ein paar Müsterchen zum Probieren. (red)

Mehr Informationen bei Brighit Stahel, 071 657 29 74