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AMRISWIL: Ihr Vorfahr war ein Held

Im Ortsmuseum erinnerten sich Besucherinnen und Besucher an die Familie Prodolliet. Der Amriswiler Konsul Ernst Prodolliet war Flüchtlingshelfer vor und während des Zweiten Weltkrieges.
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Béatrice und Peter Hobi-Prodolliet sowie Etienne und Bea Prodolliet-Good besuchten das Ortsmuseum. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Béatrice und Peter Hobi-Prodolliet sowie Etienne und Bea Prodolliet-Good besuchten das Ortsmuseum. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

amriswil@thurgauerzeitung.ch

Die Verantwortlichen des Ortsmuseums in Amriswil luden zu einem besonderen Museumssonntag ein. Erzähler waren Verwandte der Familie Prodolliet sowie die Besucherinnen und Besucher. Auf den Tischen standen Frühlingsblumensträusse, und auf Tellern lagen Guezli und Schoggi-Ostereili. Einer gemütlichen, aber auch nachdenklich stimmenden Erzählstunde stand nichts mehr im Wege.

Die Ortsmuseumsmitglieder Barbara Bieger und Vreni Aepli freuten sich, unter den Anwesenden, Verwandte des Amriswiler Konsuls und Flüchtlingshelfers Ernst Prodolliet zu begrüssen. Aus Steinhausen im Kanton Zug waren Béatrice und Peter Hobi-Prodolliet angereist, Bea und ­Etienne Prodolliet-Good kamen aus Schaffhausen.

Als im Herbst des vergangenen Jahres eine umfassende Sonderausstellung im Amriswiler Ortsmuseum über das bewegte Leben von Ernst Prodolliet eröffnet wurde, gab es Hinweise von Besuchern, welche die Familie Prodolliet persönlich gekannt hatten. Das Museumsteam lud deshalb zu diesem Treffen ein.

Mit dem Ford Capri durch die Stadt

«Mein Vater René war der Neffe von Ernst Prodolliet», erklärte Etienne Prodolliet. Er hatte bei einer Bank gearbeitet und war als Geldkurier tätig. Damals musste er heimlich Geld den Nazi-Agenten übergeben. Mit diesem Geld konnten sich jüdische Familien loskaufen. Ernst Prodolliet sei ein sehr fröhlicher und zufriedener Mensch gewesen. «Manchmal besuchte er uns mit seiner Frau Frieda in Zürich. Dann fuhren wir mit ihm in seinem Ford Capri durch die Stadt», erinnerte sich der Grossneffe Prodolliets. «Wir nannten ihn Onkel Pieps. Wieso, das weiss ich nicht», erzählte die Grossnichte Béatrice Hobi. «Als Prodolliet in Besançon als Konsul tätig war, hatte er nach dem Zweiten Weltkrieg viele Auslandkinder zu Ferienzwecken in die Schweiz geschickt», sagte Bea Prodolliet.

Die in Frankreich aufgewachsene Marlyse Keller-Hefti mag sich noch gut an die Prodolliets erinnern. «Ernst Prodolliet besuchte zu jener Zeit oftmals die Auslandschweizer. So auch unsere Familie in der Ortschaft Targon», erzählte Keller-Hefti. Vroni Gerber-Hess kannte Prodolliets Tochter Evelyn. «Während des Heimaturlaubs in Amriswil ging Evelyn mit mir zu Schule.» Anneliese Klarer-Müller hatte an der Expo 64 in Lausanne als Ehrendame gearbeitet. Ernst Prodolliet war dort ebenfalls anwesend.

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