AMRISWIL: Hooligans fordern Volley Amriswil

Bulgarische Fans machen während Europacup-Spiel einen Polizeieinsatz nötig. Der Sicherheitsdienst von der Feuerwehr verhindert ein Zusammentreffen mit den Amriswiler Fans.

Rita Kohn
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Die Gäste aus Bulgarien waren in einem eigenen Fanbereich untergebracht. (Bild: Rita Kohn)

Die Gäste aus Bulgarien waren in einem eigenen Fanbereich untergebracht. (Bild: Rita Kohn)

Sie sind voller Kampfgeist – und voll Promille: Die Fans des jüngsten Gegners von Volley Amriswil lassen keinen Zweifel daran, dass sie auch mal handgreiflich werden, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Ihre Slogans schmetternd stehen sie in der eigens für sie eingerichteten Fanzone. Ganz überraschend kommt die Gruppe Hooligans für die Verantwortlichen von Volley Amriswil nicht. Sie haben schon im Hinspiel in Sofia gemerkt, dass die Sitten hier etwas rauer sind. Aber auch andere Stellen haben ein Auge auf die Schlachtenbummler aus Bulgarien.

«Wir sind von der Bundespolizei gewarnt worden», bestätigt Volley-Präsident Peter Kummer. Sie haben darauf sofort ihren Sicherheitsdienst informiert. Die Stützpunktfeuerwehr Amriswil ist gewappnet, kann genügend Leute für den Sicherheitsdienst bereitstellen. Häufig komme das nicht vor, dass man bei einem Volleyballspiel solche Massnahmen treffen müsse, sagt Peter Kummer. Allerdings ist für die Europacup-Spiele wie auch für die Champions League ohnehin ein verstärktes Sicherheitskonzept gefordert. Dieses Mal steht auch die Polizei bereit und schreitet umgehend ein, als es unter den Bulgaren zur Schlägerei mit Verletzten kommt. Auch in der Halle selber sind Polizisten in Zivil unterwegs und behalten die Situation im Auge.

Über 700 Besucher sind zum Spiel Volley Amriswil gegen CSKA Sofia gekommen. Sie lassen sich wenig beeindrucken von den pöbelnden Gästen. «Wir haben genügend Sicherheitsleute hier, ich habe keine Angst», sagt eine Besucherin und schwingt ihren Fanschal. Sie will sich den Abend nicht verderben lassen. Immerhin zeigt die Mannschaft auf dem Spielfeld eine ausgezeichnete Leistung. Je besser es für Amriswil steht, desto lautstarker werden die Rufe aus der Fanzone der Bulgaren. Kaum ein Halten gibt es, als CSKA Sofia im dritten Satz das Spiel zu wenden scheint und gewinnt. Die Gäste ziehen ihre Shirts aus, geraten kurzzeitig ausser sich.

So ging es beim Heimspiel von Sofia gegen Amriswil zu:


Die Amriswiler müssen in der Halle ausharren
Der Jubel über den Sieg und den anschliessend gewonnenen Golden Set fällt beim Amriswiler Publikum etwas verhaltener aus als gewohnt. Viele schielen auf die Galerie, wo die Sicherheitskräfte die Bulgaren kurz zurückhalten, bis die ersten Amriswiler durch den Nebeneingang die Halle verlassen haben. Dann werden die Ausgänge für die Amriswiler gesperrt und die bulgarischen Fans in ihren Bus begleitet.

Diejenigen, die es nicht mehr geschafft haben, die Halle zu verlassen, müssen nun ausharren, bis Polizei und Sicherheitsdienst Entwarnung geben. «Irgendwie ist das komisch, wenn das bei einem Volleyballspiel nötig ist», sagt eine Besucherin, die mit ihrem Sohn zum Spiel gekommen ist. «Das ist man sich sonst nur vom Fussball gewohnt.» Peter Kummer ist erleichtert, als alles vorbei ist und die Türen für alle wieder offen sind.