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AMRISWIL: Hochburg der Mazedonier

Jeder dritte Einwohner ist Ausländer. Die grösste Gruppe bilden die Mazedonier: 980 sind es gemäss der neuesten Statistik.
In Amriswil liegen die Mazedonier vor den Italienern, den Deutschen und den Portugiesen. (Bild: PD)

In Amriswil liegen die Mazedonier vor den Italienern, den Deutschen und den Portugiesen. (Bild: PD)

Innerhalb der Schweiz bildet die Ostschweiz und nicht zuletzt der Thurgau eine Mazedonier-Hochburg. Erstaunlich aus Amriswiler Sicht: In keiner anderen Thurgauer Gemeinde ist diese Nationalität prozentual so stark vertreten wie hier. In der Hauptstadt Frauenfeld etwa, die fast doppelt so viele Einwohner zählt, wohnen 432 Mazedonier. In Amriswil sind es fast tausend!

Attraktiv, da innerhalb der Ostschweiz zentral gelegen

Warum das so ist? Emir Dervisoski, Präsident des kultur-humanitären Mazedonier-Vereins OKTISI/09, hat folgende Antwort parat: «Die ersten Mazedonier liessen sich in der Region Romanshorn nieder. Später zogen sie ihre Familien nach und verteilten sich in der ganzen Ostschweiz. Amriswil erwies sich dabei anscheinend als besonders attraktiv, da es innerhalb der Ostschweiz doch zentral gelegen ist – genau zwischen Konstanz und St. Gallen.»

In Ihrer Arbeit nicht speziell häufig mit Mazedoniern zu tun hat die Amriswiler Integrationsbeauftragte Paula Silva. Sie führt dies darauf zurück, dass die Mazedonier untereinander gut vernetzt sind. «Auffällig und erfreulich ist aber die hohe Beteiligung an Mazedoniern und auch Kosovaren in den ‹Fit in den Kindergarten›-Kursen der Amriswiler Schule», stellt sie fest.

Anzahl der Türken ist rückläufig

Im ganzen Thurgau wohnen aktuell 66700 Ausländer. Deutsche bilden mit 22000 die grösste Ausländergruppe – wobei sie vor allem in Seenähe wohnhaft sind. Es folgen Italiener (9400), Mazedonier (7000) und Portugiesen (4700). Auch in Amriswil liegen diese vier Nationen vorn. Allerdings belegt Deutschland hier nur Rang drei. Die Türkei ist die einzige Top-Ten-Nation mit rückläufigen Zahlen in den letzten Jahren, derweil die Polen sich seit 2011 verdreifacht haben und erstaunlicherweise auch die Italiener wieder merklich auf dem Vormarsch sind.

Weniger Einwanderungen, kleinerer Zuwachs

Insgesamt wohnen in Amriswil 13382 Menschen, von denen 4222 Ausländer sind. Dies entspricht einem Anteil von 31,5 Prozent. Damit hat der Ausländeranteil im Jahr 2017 um 0,4 Prozent zugenommen – so wenig wie lange nicht mehr.

Ein Blick auf die neueste Statistik der Staatskanzlei Thurgau zeigt, dass sich das Wachstum der ausländischen Bevölkerung 2017 auch in den meisten anderen Thurgauer Gemeinden abgeschwächt hat. Und weil der Bevölkerungszuwachs der letzten Jahre hauptsächlich auf Einwanderungen zurückzuführen war, ist der Thurgau 2017 weniger gewachsen als auch schon.

Das Wachstumstempo des Kantons Thurgau habe sich dem gesamtschweizerischen angenähert, lautet deshalb das Fazit der Staatskanzlei. (red)

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