AMRISWIL: Häufig Haupttäter – oder zumindest Mitläufer

Er ist nicht nur Ehrenbürger der Stadt, er ist auch Buchautor. Am Montagabend las André Manz im Kirchgemeindehaus aus seinem zweiten Band, in dem er auf ein spannendes Leben zurückblickt.

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André Manz liest im Kirchgemeindehaus aus seinem Buch «Schon ein wenig verrückt». (Bild: Manuel Nagel)

André Manz liest im Kirchgemeindehaus aus seinem Buch «Schon ein wenig verrückt». (Bild: Manuel Nagel)

Die Freude war André Manz anzusehen, als er auf die Bühne schritt, eine Kanne voll Wasser in der Hand. Er begrüsste die Anwesenden im Kirchgemeindehaus zur «Taufe meines neuen Buches». Er habe Bauchweh gehabt, verriet er seinem Publikum, weil er sich nicht entscheiden konnte, welche der Kurzgeschichten aus seinem Buch «Schon ein wenig verrückt» er denn vorlesen sollte gestern Abend. «Sie sind alle so gut, drum lese ich alle vor.»

Um Mitternacht gebe es dann einen kleinen Schlummertrunk, und wer während der Lesung schlafen wolle, könne das gerne tun. Er verpasse nichts, weil er die Geschichten sowieso mehrmals vorlese.

Geschichten aus seiner Jugendzeit in Chur

Es war ein kleiner Vorgeschmack, was die über 30 Besucher in der folgenden Stunde erwarten sollte. Manz las zehn der Geschichten aus dem Buch vor, die in seinem Leben passierten und «alle aussergewöhnlich sind». Er versprach den Zuhörern nicht zu viel. In seinem ersten Buch «Mit allen Registern» veröffentlichte der Organist ausschliesslich Erlebnisse aus seinem Musikerleben. Im Folgeband sind auch Geschichten aus seiner Jugendzeit in Chur zu finden, wo er die Kantonsschule besucht hatte. Der Ruf der Kantischüler sei damals nicht der beste gewesen. Es hätten viele Geschichten und Gerüchte kursiert. «Ich kann viele dieser Geschichten bezeugen, da ich bei den meisten entweder als Haupttäter oder als Mitläufer dabei war», sagte Manz, und er erzählte von einem Telefonstreich mitten in der Nacht.

Im spannendsten Augenblick aufgehört

Lästige Tiere kommen ebenfalls immer wieder vor in seinen Erinnerungen. So erzählte Manz von Wespen, die er mit dem Staubsauger einfing, von Mücken, die er mit Zahnpasta bekämpfte, und von der «Rache der Ameisen – einer Horroroper in drei Akten».

André Manz erzählte seine Geschichten nicht nur packend und theatralisch, er spannte seine Zuhörer auch auf die Folter, denn den dritten Akt der Ameisengeschichte liess er ungelesen.

So bedauerte wohl mancher der Besucher, dass André Manz nicht wie angedroht sein ganzes Buch vorlas. Um das Ende zu erfahren, blieb ihnen nichts anderes übrig, als das Buch zu kaufen.

Manuel Nagel

manuel.nagel

@thurgauerzeitung.ch