AMRISWIL: Grenzen in die Augen schauen

Die freischaffende Theologin Simea Schwab war Referentin am Frauenfrühstückstreffen. Über 100 Besucherinnen waren gekommen.

Amriswil@thurgauerzeitung.ch
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Simea Schwab referierte. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Simea Schwab referierte. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Zum traditionellen Frauenfrühstück trafen sich am Mittwoch über 100 Besucherinnen aller Altersgruppen und Konfessionen. Veranstaltet wurde der Anlass von einem Frauenteam der evangelischen und katholischen Kirchgemeinde, der Heilsarmee sowie der Chrischona-Gemeinde. «Grenzen gehören zum Leben», sagte die Referentin Simea Schwab. Die freischaffende Theologin, Erwachsenenbildnerin und Autorin ist ohne Arme zur Welt gekommen, und ihre Beine sind ungleich lang.

Die Referentin zeigte auf, dass Grenzen nicht nur hindernd, sondern auch fördernd sein können. «Grenzen erinnern uns an unser Menschsein, sie erinnern uns aber auch an unsere Hilfs­bedürftigkeit», betonte Simea Schwab. Wichtig sei es, den Grenzen mutig in die Augen zu schauen, Kräfte umzupolen und Hilfe anzunehmen. Simea Schwab wuchs auf einem Bauernhof im Seeland auf und lebt heute noch in Kerzers. «Meinen Eltern habe ich viel zu verdanken.» Ihre Familie gab ihr immer zu spüren, dass sie trotz schwerer Behinderung willkommen ist. Zudem habe ihre Familie eine Balance geschafft – zwischen unterstützen und ausprobieren lassen. Während einer Lebenskrise im Teenageralter habe sie zu ihrem persönlichen Glauben gefunden, sagte Simea Schwab. Nach einer kaufmännischen Ausbildung entschied sie sich für das Theologiestudium. Sie reiste nach England, besuchte eine Sprachschule sowie ein theologisches Seminar.

Simea Schwab hat zwei Bücher geschrieben. 2012 erschien ihr Erstlingswerk mit dem Namen «Fussnotizen». Letztes Jahr hat sie ihr zweites Buch «Ins Leid gepflanzt, ins Glück gewachsen» herausgegeben.

 

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

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