AMRISWIL: Fremde Autos sollen weg

Nur knapp 40 Interessierte wollten sich am Donnerstagabend von Stadträtin Daniela Di Nicola über das neue Parkierungsreglement informieren lassen. Die Fragerunde war weniger brisant als gedacht.

Manuel Nagel
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Stadträtin Daniela Di Nicola stellt der Bevölkerung im Pentorama das neue Parkierungsreglement vor. (Bild: Manuel Nagel)

Stadträtin Daniela Di Nicola stellt der Bevölkerung im Pentorama das neue Parkierungsreglement vor. (Bild: Manuel Nagel)

«Ihr könnt das Bild von meinem Kopf auch gleich auf eine Dartscheibe kleben und der Bevölkerung Pfeile verteilen», habe sie ihren Kollegen im Stadtrat gesagt. Diese warfen Daniela Di Nicola zu Beginn ihrer Amtszeit gleich ins kalte Wasser. Sie hatte das bestehende Parkierungsreglement von 2007 zu erneuern.

In der Vergangenheit hat das Parkieren in Amriswil bereits für rote Köpfe gesorgt, als etwa an der Bahnhofstrasse Parkuhren aufgestellt werden sollten. Doch diese neue Vorlage dürfte nun auf weniger Gegenwehr stossen in der Bevölkerung, «weil es für ganz viele eine Entlastung bedeutet», sagt Daniela Di Nicola.

An der Informationsveranstaltung im Pentorama versuchte die Stadträtin, die rund 40 Anwesenden von der Dringlichkeit zu überzeugen, da in gewissen Quartieren der Schuh drücke. Gerade nördlich des Bahnhofs habe es immer wieder viele Auswärtige, welche ihren Wagen gratis auf öffentlichem Grund parkieren und von Amriswil aus zur Arbeit pendeln – um die paar Franken Parkgebühr am Bahnhof zu sparen.

Reglement schafft mehr Gerechtigkeit

Diese fremden Autos sollen in Zukunft nicht mehr auf der Strasse parkieren dürfen, da – nach dem Willen des Stadtrats – dort eine erweiterte blaue Zone nur für Anwohner gelten soll. Wer nicht in dem entsprechenden Quartier wohnt, kann maximal eineinhalb Stunden sein Auto stehen lassen.

Die zweite Neuerung betrifft das Nachtparkieren, die sogenannte Laternengarage. Auch hier soll man seine Fahrzeuge künftig nicht mehr regelmässig auf öffentlichem Grund über Nacht stehen lassen können, ohne dafür etwas zu bezahlen.

Für Di Nicola ist es eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber all jenen, die einen Garagen- oder Parkplatz mieten – aber auch gegenüber den Hauseigentümern, welche gemäss Baureglement verpflichtet sind, Parkmöglichkeiten zu erstellen. Ziel ist es, dass all die nicht vermieteten Park- und Garagenplätze nicht mehr leer stehen, während die Quartierstrassen mehr und mehr verstopfen, jedoch öffentliche Dienste wie Krankenwagen und Müllabfuhr nur noch erschwert ihre Arbeit verrichten können.